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Eingefleischte Fans der Marke Porsche werden auf die Nachricht des ersten Diesels aus Zuffenhausen mit Kopfschütteln geantwortet haben, doch käme für diese ein SUV aus dem Hause Porsche vermutlich ohnehin nicht in Frage. Allen anderen kann vorweg bereits gesagt werden, dass die Kombination aus Selbstzünder und Geländewagen auch bei Porsche durchaus eine gute Figur macht – und in Zeiten, in denen große SUV in alternativen Stadtteilen Berlins auch einmal angezündet werden, eigentlich die einzig vernünftige Alternative darstellt. Neben dem Hybrid natürlich.
Wer im Innenraum des Cayenne Diesel Platz nimmt, findet keine Überraschungen vor, er unterscheidet sich praktisch in keiner Weise von seinen Benzin betriebenen Brüdern. Lediglich der Drehzahlmesser, dessen roter Bereich bereits bei rund 4.500 U/min beginnt gibt einen Hinweis auf den Selbstzünder und natürlich die Tatsache, dass der Borcomputer nach dem Volltanken auch einmal eine Reichweite von über 1.000 km anzeigt – für Porschefahrer eine Sensation. Zum restlichen Innenraum muss nicht viel gesagt werden, es dominieren Sachlichkeit und ergonomisches Design, der Schlüssel findet seinen Platz ganz Porsche typisch linksseitig des Volants. Die Verarbeitungsqualität befindet sich auf höchstem Niveau, die Materialauswahl berücksichtigt lediglich die hochwertigsten Ledersorten und Kunststoffe, ganz gleich, ob sich der Fahrer für edle Holz- oder sportliche Aluminiumapplikationen entschieden hat. Platz herrscht ohnehin auf den perfekt ausgeformten Sitzen im Überfluss, ebenso wie im Kofferraum.
Dass man sich in Zuffenhausen nun auch für den Diesel erwärmen konnte, liegt schlicht und
ergreifend an der immens gestiegenen Nachfrage auf den meisten Märkten, alleine in USA wird
der Diesel mangels Nachfrage nicht offeriert. Seine enge Kooperation mit VW bzw. Audi nutzt
Porsche indes auch hier: der Dreiliter-Diesel kommt aus Ingolstadt und sorgt auch im Cayenne-Bruder
Touareg oder im Audi A6 für ordentlichen Vortrieb. Dass man den Motor indes nicht einfach aus dem
Regal in einen Porsche verpflanzte, versteht sich beinah von selbst. Ähnlich wie beim V6-Benziner,
den man ebenfalls von VW übernahm und überarbeitete, machten sich die Porsche-Ingenieure an Details
zu schaffen. Dank überarbeiteter Einspritzventile, einer optimierten Drallklappensteuerung und
Abgasrückführung sowie Änderungen an der Kennlinie der Steuerelektronik spricht der Motor nun
noch eine Idee spontaner an, als in seiner bisher bekannten Version. Auf dem Papier haben wir
es mit einer Leistung von 240 PS aus drei Litern Hubraum zu tun. Das maximale Drehmoment von
550 Nm liegt bereits unter 2000 Touren an und maximal leistet der Common-Rail V6 240 PS. Damit
bewältigt der schwere Wagen den Sprint von Null auf 100 km/h laut Porsche in 8,3 Sekunden und
rennt bis zu 214 km/h schnell, angesichts des hohen Leergewichts durchaus respektable Werte.
Verblüffend sind die Ruhe und die Gelassenheit, mit denen der Cayenne Diesel Passagiere und Fracht durch die Gegend befördert. Dank aufwendiger Schallisolierung bekommen die Passagiere auch bei laufendem Motor nicht mit, dass sie ein Selbstzünder mobilisiert. Einen Teil dürfte hier auch die neu konstruierte Windschutzscheibe mit einer zwischen den Glasscheiben eingearbeiteten Dämmfolie zur Ruhe beitragen. Andere Geräuschquellen wie Abroll- oder Windgeräusche vermochte der Cayenne schon immer sehr effektiv zu unterdrücken.
Damit ist der neue Diesel die unauffälligste und vielleicht auch komfortabelste Methode, einen Porsche Cayenne zu fahren. Und wenn der Anschaffungspreis von 56.436 Euro erst einmal entrichtet ist, ist es sicherlich auch die preiswerteste Alternative, Rudolf Diesel sei Dank.