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Er trägt großes in seinem Namen, der neue Kleine von Alfa Romeo. Denn Mito ist nichts anderes, als die addierten Anfangsbuchstaben der italienischen Städte Milano und Torino, in Deutschland auch unter dem Namen Mailand und Turin bekannt und so etwas wie die automobilen Kompetenz-Zentren Italiens. Der Name ist also auch Ausdruck einer gewissen Leidenschaft, die allerdings noch deutlicheren Ausdruck im Design findet. Was hier in glutrot auf der Plattform des Fiat Punto (und ebenfalls des Opel Corsa) steht, dürfte alle Alfisti ans Herz rühren und zeigt einmal mehr, dass wahre Ästheten kaum ein Weg an der traditionsreichen Marke Alfa vorbeiführt. Vorbild war hier offensichtlich der Alfa 8C Competizione.
Nehmen wir Platz. Vorn gibt es absolut nichts zu kritisieren, im Gegenteil: es herrschen für diese Klasse mindestens durchschnittliche Platzverhältnisse, die Sitze verdienen sogar besonderes Lob. Großzügige Schenkelauflagen und ordentlich dimensionierte Rückenlehnen umklammern einen verbindlich, ohne jedoch unbequem zu wirken. Und optisch zeigen schon die Einstiegsleisten mit Edelstahleinsatz, dass hier mit Liebe fürs Detail ans Finish gegangen wurde. Das Hartplastik ist zwar immer noch existent, verliert den Kampf um die optische Vorherrschaft jedoch deutlich gegen das Armaturenbrett in Kohlefaser-Optik, feine Chromringe allerhand andere feine Oberflächen. Überhaupt nicht überzeugen kann hingegen die zweite Reihe. Wer sich an den Vordersitzen, die nicht weit genug nach vorn fahren, vorbei bugsiert hat, möchte den Fond möglichst schnell wieder verlassen, jedenfalls vor einer längeren Fahrt. Hier ist einfach nicht genug Platz, jedenfalls nicht für erwachsene Menschen. Doch für längere Reisen eignet sich der Alfa allein wegen seines kleinen Kofferraums nur bedingt, auch wenn sich das Volumen durch Umklappen der Rücksitzlehne von 270 Liter auf 950 Liter steigern lässt. Ebenfalls ein Tribut an das Design: die unzeitgemäß hohe Ladekante. Bleibt schließlich die Übersichtlichkeit, die ebenfalls Priorität nach dem Design hatte, denn das vordere Ende lässt sich allenfalls erahnen, während die Rücksicht durch die breiten C-Säulen und das Kleine Heckfenster beinah inakzeptabel eingeschränkt wurde. Schönheit hat ihren Preis.
Zur Auswahl stehen seit Verkaufsstart drei Motoren, zwei Benziner und ein Diesel. Erstere leisten mit ihren 1,4 Litern Hubraum 95 PS als Basismotorisierung, bzw. als aufgeladenes Topmodell 155 PS und kosten 14.750 Euro oder stattliche 17.950 Euro (maximales Drehmoment: 230 Nm). Der Diesel kostet ebenfalls mindestens 17.950 Euro und leistet mit einem etwas größeren Hubraum, nämlich 1,6 Litern runde 120 PS (maximales Drehmoment: 320 Nm). Im Frühjahr 2009 soll der Mito dann auch als GTA mit optionalem Doppelkupplungsgetriebe zur Verfügung stehen, hier wird ein 230 PS starker 1,8-Liter-Turbo für ordentlich Dampf sorgen. Die Preise sind in dieser Klasse schon eine Ansage und spiegeln das Selbstverständnis wieder, mit dem Alfa sich zur automobilen Premiumsklasse zählt. Da fällt sofort die Serienausstattung ins Auge, die mit ESP, sieben Airbags, elektrischen Fensterhebern, Audioanlage und 16-Zoll-Stahlrädern zwar alles wesentliche umfasst, aber ohne Klimaanlage oder Alufelgen gemessen am Preis nicht eben üppig ausfällt. Alfa rechnet daher damit, dass sich ca. 87 % aller Kunden für die 1500 Euro teure Gran-Tourismo-Ausstattung entscheiden werden, die neben Alus, Klima und einem Lederlenkrad noch ein paar weitere technische Annehmlichkeiten umfasst. Weiter individualisieren lässt sich der Mito mittels zehn verschiedenen Außen- und fünf verschiedenen Cockpifarben. Und damit nicht genug: es existieren weitere sieben Polsterfarben, zwölf Aufkleber und 14 verschiedene Rahmen für Front- und Heckleuchten. Eine weitere Besonderheit ist das sogenannte DNA-System: über einen Wahlschalter kann das Fahrverhalten von Dynamic über Normal bis All-Weather verändert werden. Dabei werden Lenkung, Bremsen, Motor und das VDC an die jeweilige Fahrsituation angepasst.
Damit hat die Kaste der Kleinwagen, deren klassische Vertreter, der Fiat Punto oder der Opel Corsa, sich mit dem Mito immerhin die Plattform teilen, einen exklusiven Sprössling bekommen. Dass die avisierte Kundschaft nicht jeden Cent zweimal herumdreht, zeigt sich bereits seit Jahren bei Konkurrenten wie beispielsweise dem Mini. Und da es diese Kundschaft immer geben wird, freuen wir uns bereits jetzt auf den ein oder anderen Farbklecks aus "Mito", also aus Milano, wo er entworfen und aus Torino, wo er gebaut wird.