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Die bayerische Nummer eins möchte überall vertreten und überall erfolgreich sein. Daran ist nichts auszusetzen. Die Palette des namhaften Herstellers hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm entwickelt und umfasst nun alle Segmente – von Kleinwagen über Sportlimousinen und edelsten Luxuskarossen bis hin zu SUVs und Roadsters. Seit einigen Jahren behauptet sich BMW überaus erfolgreich im sportlichsten der Sportsegmente, im Bereich der Motorräder. Die Erfolgsstory ging hier recht zügig voran und nun zählt BMW zu den erfolgreichsten europäischen Herstellern von Zweirädern. Neben Ducati scheint er eigentlich die einzige ernsthafte Konkurrenz für die asiatische Invasion zu sein. Als Vorreiter für die für 2009 angekündigte Sensation – den Vierzylinder S 1000 RR – präsentiert BMW nun die HP2 Sport.
Es handelt sich um ein sportliches Modell par excellance. Wie auch der Projektleiter des neuen Modells Josef Maechler ankündigt: „HP steht bei unseren Motorrädern künftig für das, was M bei den Autos bedeutet“. Und M bei den Autos bedeutet bei den Motorrädern etwa Sport statt Komfort, Kompaktheit statt Kompromiss.
Die technischen Daten des neuen Modells lesen und fühlen sich phantastisch. Der Zwei-Zylinder-Boxer leistet 98 kW/ 133 PS bei 8750 U/ Min. Das maximale Drehmoment liegt bei 115 Nm und 6000 U/ Min. Europäische Hersteller von Motorrädern hatten schon immer Probleme mit dem Gesamtgewicht ihrer Entwicklungen. Auf dem Alten Kontinent scheint alles irgendwie ergiebiger zu sein, doch im Motorrad-Segment ist dies nicht unbedingt ein Vorteil. Der HP“ nähert sich gefährlich der sagenhaften Grenze von 200 kg. Mit Zuladung wiegt die HP“ sogar 206 kg und das ist etwas zu viel, vor allem wenn man die Worte des Projektleiters Maechler bedenkt: „Man muss schon unter 200 Kilo bleiben, sonst wird man von der Klientel nicht ernst genommen.“
Die Bayern setzen aber auf Motorpower und der Zweizylinder zeigt sich von seiner besten Seite. Er scheint keine Schwierigkeiten mit dem Übergewicht zu haben und katapultiert das Motorrad mit der sportlichen Silhouette in nur 3,1 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 260 km/h und das ist genau die Schnelligkeit, mit der eine Boeing 747 vom Erdboden abhebt – also Respekt.
Ein riesiger Nachteil ist der kleine Tank, der nur 16 Liter Super-Benzin fasst. Sogar der sparsame Verbrauch von 6,3 Liter auf 100 Km kann die kleinen Dimensionen des Tanks nicht kompensieren. Dies tun wiederum die technischen Leckerbissen, die BMW mit an Bord packt. Dazu gehören unter anderem die oben liegenden Nockenwellen, die es bei einem Boxer noch nie in Serie gab, sowie ein Schaltassistent, der Hoch- und Runterschalten ohne Kupplungseinsatz und ohne Gaswegnahme ermöglicht. Das Flugzeug-Feeling zeichnet das neue Modell aus. So fühlt sich der Fahrer durchaus wie ein Pilot im Cockpit, wenn er den sog. Racing-Modus einschaltet. Dieser ist mit Data-Recording ausgestattet und liefert jede Menge Infos.
Zum Einsatz kommen nur beste Materialien – Heck, Front und Zylinderkopfhauben sind aus Karbon, der Auspuff ist aus Edelstahl, Gabelbrücke, Fußrasten und Lenkerstummel sind aus dem Vollen gefräst. Wer denkt, dass das alles gar nicht notwendig sei, liegt eindeutig falsch. Die Kraft des Motors entfaltet sich so schnell und explosiv, dass man sie nur mit einer ganzen Armee von Fahrassistenzen zähmen kann.
Die Fahrt mit der HP2 auf öffentlichen Straßen ist ein Kampf, ein grausamer Kampf zwischen Traum und Realität, zwischen „kann“ bzw. „will“ und darf. Noch schwieriger wird es, wenn man den Preis dieses Schmuckstückes bedenkt – genau 21.600 Euro kostet der bayerische Supersportler, und dafür kann man durchaus eine Sportlimousine mit allem drum und dran erwerben. Das scheint aber die Motor-Freunde nicht zu beeindrucken: für dieses Jahr ist die HP2 ausverkauft.
Die Spritkrise macht sich weltweit breit. Große und kleine Hersteller suchen verzweifelt nach Lösungen. Mühsam werden Produkte entwickelt, von denen das Unmögliche erwartet wird – weniger Spritverbrauch bei einer kosmischen Leistung. Das geht natürlich nicht so leicht, muss aber akzeptiert werden, wenn man die dunklen Zeiten überleben will. Wirtschaftsexperten haben es schwierig, Prognosen darüber zu machen, welche Segmente sich in der Zukunft entwickeln werden. Die Klasse der Hybrid- und sonstigen Öko-Fahrzeuge scheint immer noch nicht genügend überzeugende Autos anzubieten und die einzige Alternative dazu stellen wahrscheinliche die Produkte im sog. A-Segment da – der Kleinstwagen. Hyundai zum Beispiel glaubt anscheinend fest daran und bringt ein Kleinst- und fast Billigst-Modell auf den Markt.
Werner Frey, Geschäftsführer von Hyundai Deutschland, geht nicht gerade sparsam mit seinen Komplimenten für den i10 um: „Der Hyundai i10 ist das Auto für jene, die es geschafft haben – für die anstrebende Mittelklasse“. Beim ersten Anblick findet man nicht gerade viel Begründung für sein Lob. Jeglicher Automobilluxus, mit dem man von der Konkurrenz verwöhnt wird, ist hier fast nicht zu sehen. Der Wagen scheint mit einer Verspätung von einigen Jahrzehnten gekommen zu sein, denn im neuen i10 ist Handarbeit gefragt. Wer zum Beispiel die Fenster absenken will, betätigt keinen weich umschäumten Schalter, sondern muss von Hand kurbeln. So ist auch keine Musik von elektrischen Motoren zu hören, wenn man die Außenspiegel richtig justieren will. Doch damit sind auch die Nachteile des neuen Koreaners erschöpft.
Im hart umkämpften Kleinstsegment wird sich der i10 auf jeden Fall mit seinem beeindruckenden Raumangebot durchsetzen. Es ist tatsächlich erstaunlich, was die Hyundai-Designer mit der putzigen Limousine gemacht haben, die eine Länge von gerade mal 3,57 Meter aufweist. Hier sitzen nicht nur Fahrer und Beifahrer mehr als bequem, sondern auch die hinteren Passagiere dürfen einen Fahrkomfort genießen, den man in den Entwicklungen der Konkurrenz nicht so häufig erlebt. Die angenehme Atmosphäre wird von der hochqualitativen Verarbeitung der Materialien und Oberflächen abgerundet. Im i10 fühlt man sich irgendwie doch nicht wie in einem Billigauto. Neben den wertvollen Materialien und dem geräumigen Innenraum macht auch der Kofferraum einen tollen Eindruck – hier passen bis zu zwei große Koffer und einige kleinere Reisetaschen locker rein.
Bis jetzt war gerade die Motorisierung die größte Stärke von Hyundai. Asiatische Hersteller waren ja ohnehin nicht gerade für ihr Design oder übermäßige Komfortausstattungen bekannt, dafür konnten sie aber mit phantastischen Aggregaten überzeugen. An der Qualität der Materialien hat sich, wie wir uns ja auch überzeugt haben, einiges geändert. Wie sieht es aber mit der Motorisierung aus? An den Start geht der i10 mit zwei Varianten, und zwar mit den Klassikern – einem Diesel und einem Benziner. Billiger ist das Auto mit dem Benziner, der 67 PS leistet. Dieser ist ja auch die bessere Variante. Er bietet zwar nicht das üppige Drehmoment des Diesel-Aggregates, zeigt aber eine kultivierte und elastische Laufkultur, sowohl auf der Autobahn als auch in schmalen Städtegassen. Der Diesel, der eigentlich den gleichen Hubraum (1086 cm³) hat wie der Benziner, bringt 8 PS mehr. Das maximale Drehmoment von 153 Nm entfaltet sich bei 1900 bis 2750 U/ Min. So richtig zur Sache kommt der Diesel erst jenseits der 2000 Umdrehungen. In diesem Bereich bietet er aber wirklich eine respektable Leistung, die jegliche Vorurteile gegenüber Kleinwagen zerstört.
Der größte Vorteil des neuen Modells ist natürlich das Preis-Leistungsverhältnis. Bei 9.900 Euro
hat der Hersteller den Basispreis festgelegt und dafür bekommt der Kunde eine recht praktische Limousine.
Doch wie sieht es denn bei der Konkurrenz aus? Der i10 ist in seinem Segment nur teurer als der Kia Picanto
und der Citroën C1. Im Vergleich zu ersterem bietet er aber eine umfangreichere Ausstattung und sieht
schlichtweg edler aus. Mit dem französischen Meisterwerk kann er gar nicht verglichen werden, denn das
koreanische Wunder bietet um Welten mehr Platz und Komfort für die Insassen in der zweiten Reihe.
Als ernsthafte Konkurrenz für den i10 können nur der Suzuki Splash und der Opel Agila angeführt werden. Für alle drei gibt es jedoch genügend Kundschaft und, sollte es jemand noch nicht verstanden haben, das Platzangebot im koreanischen Meisterwerk ist wirklich unschlagbar.
So schnell und dynamisch kann sich in der Auto-Industrie alles verändern: Vor einigen Jahren kämpfte die traditionsreiche amerikanische Marke Dodge ums Überleben; der Mutterkonzern Chrysler spielte sogar mit den Gedanken, die einstigen Meisterwerke ein für allemal in Kunstobjekte mit nur antiquarischem Wert zu verwandeln. Doch dann passierte das Wunder – eine letzte Chance hatte Dodge zu Beginn des Jahrhunderts und die wurde zu einem fulminanten Erfolg. Heute ist der Hersteller in Amerika und Europa sehr erfolgreich; er setzt auf eine konsequente Modellentwicklung und ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis, womit die Dodge-Bestseller wie der Caliber, Avenger oder der Viper richtig unwiderstehlich werden. Auch der neue Journey, der im Juli auf den Markt kommt, ist eine beeindruckende Entwicklung und vereint auf eine typisch amerikanische Art Kraft und Finesse.
Der Journey ist als Nachfolge des Chrysler Voyagers gedacht und beerbt diesen also als kleiner Bruder des Grand Voyagers. Die neue Entwicklung ist aber viel praxisorientierter als der inzwischen zu altmodische Voyager. Der Journey macht auf jeden Fall eine sehr gute Figur nicht nur auf verstaubten Landstraßen, sondern auch in der Stadt. Bei der Erstpräsentation des Wagens betonte Sean Conway gerade die Praxistauglichkeit. Mit einem humorvollen, fast zu freundlichen Gestus präsentierte er den Journey als bestes Familienauto, nein – eher als sein eigenes Familienauto. ”Wenn wir zu Freunden zu einer Party fahren, nutzt meine Frau dieses Fach zum Transport von ganzen Braten.“ Mit einer gut gespielten Geste öffnete er dann einen Deckel im Fußraum, wo in einer herausnehmbaren Wanne Getränkedosen im Eiswürfelbad schwammen. Naja, die versammelten Auto-Experten und Journalisten hatten das schon mehrmals gesehen, aber irgendwie konnte Conway den Aha-Effekt trotzdem erzielen.
Die Amerikaner haben sich tatsächlich ganz außerordentlich angestrengt den Fahrkomfort in neuen Dimensionen zu präsentieren. Die vielen Ablagefächer sind geschmackvoll in die verschiedenen Oberflächen integriert und schaffen Platz für alles, was man so auf Langreisen brauchen könnte – von diversen Spielzeugen und Windeln bis zu Fotokameras und Laptops können immer einsatzbereit sein.
Auch die Passagiere sitzen hier bequem. Die Dimensionen des SUVs sind für dieses Segment kompakt (4,89 m Länge und 1,67 m hohe), doch die modernsten Designsstudien ermöglichen eine optimale Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Volumens.
Lobenswert ist mit Sicherheit das reichhaltige Infotainment-System, das in amerikanischen SUVs ein absolutes Muss zu sein scheint. Dieses unterstreicht einmal mehr, dass der Journey ein hochmodernes Automobil ist – vom Dachhimmel ist das DVD-Display herabklappbar und wird von einem hoch qualitativen Surrround-System unterstützt. Somit wird der Nachwuchs auf den hinteren Sitzen erstmal ruhig gestellt. Die Materialien und die Verarbeitungsqualität der Armaturen-Oberflächen lassen allerdings einige Wünsche offen.
An den Start geht der Amerikaner mit einer gut bewährten Motorpalette, die ihre Qualitäten bereits in dem Dodge Avenger unter Beweis stellen konnten. In Europa stehen dem Kunden zwei Benziner und ein Diesel-Aggregat zur Wahl. Meistverkaufter Motor wird nach Herstellerineschätzung der 2,0-Liter CRD mit serienmäßigem Partikelfilter sein. Der Durchschnittsverbrauch beziffern die Dodge-Experten auf 6,5 bis 7 Liter auf 100 km, was angesichts der sparsameren Konkurrenz (von Ford zum Beispiel), vielleicht nicht so überzeugend klingt. Im Angebot steht auch der Weltmotor – ein 2,4-Liter-Benziner, der 170 PS leistet, und dann aber gleich zwischen 8,8 und 9,6 Liter Benzin auf 100 Kilometern schluckt. Ein nettes Lächeln für die von viel zu hohen Ölpreisen und Umweltdiskussionen geplagten Kundschaft ist der 2,7-Liter-Flexi-Fuel-V6-Motor mit 185 PS, der mit einem Ethanol-Anteil von bis zu 85% fahren kann. Doch das ist weit nicht ausreichend und wir sehnen uns nach einem umweltfreundlicheren und spritsparenderen Motor, der in der nahen Zukunft die Motorpalette des Journey bereichern soll. Der einzige Diesel stammt aus dem VW-Regal und bietet für den Hersteller übliche Qualität mit 140 PS und einem maximalen Drehmoment von 310 Nm an.
Im Gegensatz zu den Motoren sind die Getriebe neu. Bis jetzt bot der Hersteller nur die antiquierte Vierstufen-Automatik für die SUV-Modelle, doch jetzt gibt es auch eine Sechsstufen-Version, die einen exzellenten Eindruck hinterlässt und schöne Momente auf der Autobahn verspricht.
Den Journey stellt der Hersteller als ein Auto für Family-Cowboys vor – ein Ausdruck, der wahrscheinlich niemandem was sagt. Damit gemeint sind die eins wilden Bad Boys, die nun reif und seriös sind und sich um ihre Familie kümmern sollen. Diese Kontraste machen sich auf jeden Fall in der Entwicklungslinie des Dodge-SUVs bemerkbar. Ob der Journey aber auch die europäischen Bad Boys mit Familien überzeugen wird, lässt sich abwarten. Denn auf dem Alten Kontinent braucht ein Spritschlucker etwas mehr als Ablagefächer und DVD-Monitore, um sich gegen Peugeot, BMW, Audi und VW durchsetzen zu können.