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Bereits mit dem Vorgängermodell des SL 350 war die Latte hoch gesteckt. Doch die Mercedes-Benz-Entwickler der SL-Klasse scheinen einfach zu wissen, wie man die Leidenschaft der wahren Autoliebhaber nicht nur bei der Stange hält, sondern immer wieder neu entfacht. Seit Generationen verwöhnt und begeistert die SL- Reihe Autofans rund um den Globus. Vermutlich liegt es an der schlichtweg bestechenden Mischung aus beeindruckender Kraft unter der Haube und dem stets avantgardistischen und doch klassischen Design. SL müsste, konsequent interpretiert, umgedeutet werden, und zwar als: „sagenhafter Luxus“.
Ein besonderes Schmankerl der neuen SL-Reihe ist zweifelsfrei der neue SL 350 Roadster. Weltpremiere feierte der neu aufgelegte 6-Zylinder auf dem Genfer Automobilsalon, wo er gebührend bejubelt wurde. "Als Design-Ikone verkörpert der SL seit über 50 Jahren die Faszination der Marke Mercedes-Benz. Die Verbindung klassischer SL-Stilmerkmale mit Elementen der modernen Mercedes-Formensprache hat die neue Generation noch ausdruckvoller und emotionaler gemacht", so die treffenden Worte des Vorstandsvorsitzenden der Daimler AG, Dr. Dieter Zetsche.
Doch genug der begeisterten Hommage – hier kommen die Fakten: Es handelt sich um das überarbeitete V6-Triebwerk des alten SL 350. Mit einer höheren Verdichtung und anderen Zylinderköpfen springt die Leistung auf rund 316 PS (232kW) und lässt den Vorgänger, der sich bereits mit 272 PS sehen lassen konnte, hinter sich. Blitzschnell kommt der SL auf Touren und schafft es mit seinen 360 Newtonmetern Drehmoment kurzfristig auf bis zu 7.200 Umdrehungen pro Minute. Dabei wurde die Verbrennung optimiert, was den Verbrauch und den unbeliebten CO2-Ausstoß reduziert. Laut Hersteller liegt der Durchschnittsverbrauch bei 9,9 Litern auf 100 km/h. Im Gegensatz zum Vorgänger ein Sparvorteil von immerhin 0,4 L. Wer mit diesem schnittigen Kraftprotz über das komfortable 7G-TRONIC-Getriebe dauerhaft in 6,2 Sekunden von null auf hundert preschen will, der muss für die Basisausstattung ab Anfang April satte 86.573 Euro hinblättern. Dafür gibt es allerdings schon fast eine Garantie, dass die übrigen Autos auf der Straße eingeschüchtert Platz machen. Denn wer die bösen Blicke des dynamischen Roadsters im Rücken spürt, muss weichen.
Das markante Facelift springt sofort ins Auge. Besonders auffällig sind die breiten L-förmigen Frontscheinwerfer, die einen schüchternen Eindruck gar nicht erst aufkommen lassen können. Auch die beiden waagerechten Streben, die den Kühlergrill zieren, tragen zu einem messerscharfen Frontempfinden bei. An den legendären Flügeltüren-SL von 1954 erinnern die typischen Ausbuchten an der Haube, die so genannten „Powerdomes“. Da drängt sich doch sofort der Verdacht auf, dass hier eine Retro-Brücke geschlagen werden will. Denn auch die an den vorderen Kotflügeln glänzen kiemenähnliche Luftauslässe untermauern die perfekte Ergänzung von klassischer SL-Historie und den raubtierähnlichen, modernen Bi-Xenon-Scheinwerfern. Bei so viel Lob kann man über geringfügige Nachteile des Premium-Roadsters schon mal hinwegsehen. Die ausgeklügelte Heizung für die Kopfstützen, genannt „Airscarf“, gibt es leider nur gegen Aufpreis. Und auch eine den Fahrspaß steigernde Direktlenkung gibt es nur gegen Aufpreis.
Harmonisch wirkt die Gestaltung von In- und Exterieur, in der die sportlichen Elemente mit eleganter Klasse gepaart zu einem Augenschmaus werden.
Insgesamt überzeugt Merzedes-Benz mit dem neu aufgelegten SL 350 auf ganzer Linie. Wendiger Fahrspaß mit satter Straßenlage und einem sonoren Sound machen den Flair dieses Luxus-Readsters perfekt: Hut ab!
Die tschechische Nummer eins scheint die einzige Automobilmarke aus dem ehemaligen Ostblock zu sein, die sich mehr als nur erfolgreich auf dem Weltmarkt durchgesetzt hat. Die heutigen Meisterwerke der VW-Tochter haben nichts mit den Modellen der Vor-1990-Generation gemeinsam. Die ganz schüchternen und niedlichen, dafür aber auch äußerst lauten und designstechnisch nicht gerade die elegantesten Karossen machten Platz für die Luxuslimousinen und edle Stadtflitzer, für die ab 1992 der VW-Konzern verantwortlich zeichnet. Der europäische Kunde weiß inzwischen, dass man mit Škoda nichts falsch machen kann. Das Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar – die Qualität ist immer auf VW-Niveau, der Preis bleibt aber um einige Tausende deutlich attraktiver. Das führte im letzten Jahr auch zu den von Experten prognostizierten Nebeneffekten: Bei Škoda weisen die Verkaufszahlen – im Gegenteil zum VW-Trend – nach oben. Auch die neuste Entwicklung von Škoda wird mit Sicherheit keine bösen Überraschungen anbieten. Bei dem Skoda Superb handelt es sich um eine perfekte Limousine.
Das Problem von Škoda bleibt immer noch die Individualität. Anscheinend will VW in Tschechien nichts riskieren. Die Wolfsburger entscheiden sich hauptsächlich für Modelle, die kaum was Neues anbieten, als die Entwicklungen, mit denen der Mutterkonzern bereits große Verkaufserfolge ernten konnte. Fabia, Oktavia und der Roomster – all das hat man bereits in irgendeiner Form gesehen. Der neue Superb macht hier keine Ausnahme. Im Gegensatz zu Fabia und Oktavia aber, wo lediglich die technische Basis sowie einige Funktionsteile aus dem VW-Baukasten stammen, hat man beim Superb auch weite Teile der Karosserie des China-Passat übernommen.
Fürs Gepäck stehen den Reisenden allerdings nicht viel Koffervolumen zur Verfügung – nur 462 Liter sind hier zu füllen. Dazu haben die Škoda-Ingenieure auf die ganz praktische umlegbare Rückbank verzichtet, die man von ähnlichen VW-Modellen kennt. Der Grund dafür bleibt ein Rätsel.
Der Innenraum ist aber ganz schön geräumig. Fahrer und Insassen genießen hier eine Freiheit, die man nur in den edelsten Luxuslimousinen – wie etwa dem Rolls Royce – erleben kann. Die Materialqualität des Interieurs harmoniert mit den Platzverhältnissen. Somit bekommt man das Gefühl, dass man in einem richtigen Automobilsalon sitzt. Die nicht vollständig verkleideten Fensterrahmen dienen dagegen als Beispiel für die neue Designslinie, die der Hersteller durchsetzen will. In diesem Zusammenhang sagt der Entwicklungsvorstand Eckhard Scholz: „Wir sparen, wo es Sinn macht, um an den richtigen Stellen mehr zu investieren.“ Na schön, auf Fensterrahmenverkleidung kann man angesichts des ansonsten sehr luxuriösen Innenraums verzichten.
Von Sparmaßnahmen wurden die Triebwerke, die für den neuen Superb vorgesehen wurden, ganz und gar nicht getroffen. An den Start geht der Hersteller gleich mit sechs Motorvariationen – drei Diesel und drei Benziner. Die Ingenieure haben sich für den Frontantrieb entschieden, der von den neusten Technologien unterstützt wird. Allen voran soll das serienmäßige ESP mit Antriebsschlupfregelung erwähnt werden. Ein deutlicher Nachteil ist allerdings die erstaunlich straff abgestimmte Federung. Sie macht sich besonders bei kurzen Stößen bemerkbar, etwa hervorgerufen durch Querrillen oder kleinen Wellen in der Fahrbahnoberfläche. Dafür ist aber die Lenkung erste Sahne. Sie reagiert feinfühlig auf jeden Befehl und notiert auch minimale Korrekturen.
Das Leistungsspektrum ist breit und fängt bei den Benzinern mit dem vier-Liter-Aggregat mit 115 PS/ 85 kW an und endet mit dem V-Sechszylinder, der mit 193 PS/ 142 kW aufwartet. Bei den Diesel-Motoren wird sich der 2.5 TDI V6 als eine richtige Sensation entpuppen. Die 155 PS bedeuten gleich 219 km/h Spitzengeschwindigkeit und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in nur 9,5 Sekunden.
Der neue Superb ist ab 23.000 Euro zu haben und dafür ist er ganz gut ausgerüstet. Zur High-Tech-Offensive, die Škoda mit dem Modell ankündigt, gehören ein Touch-Screen-Navigationssystem und Scheinwerfer, die die Straße tempo- und witterungsabhängig ausleuchten.
Die Zukunft des Superb sieht gut aus. Mittelverdiener aus ganz Europa können sich eine Luxuslimousine für knapp 23.000 Euro anschaffen. Aber mehr als ein Schnäppchen im Mittelsegment ist der Skoda nicht. Nach dem individuellen Ausdruck und den perfekt abgestimmten Fahreigenschaften sucht man hier vergeblich. Dazu kommt auch noch der konservative Stil, der inzwischen zu einem Markenzeichen des tschechischen Herstellers geworden ist. Die Škoda-Geschichte zeigt aber, dass diese Charakterzüge durchaus erfolgreich sein können.
Künftig wird sich die große Schlacht zwischen den Automobilkonzernen nicht auf dem Feld der Motorisierung oder Sonderausstattung abspielen, sondern vor allem bei den CO2-Werten und der Sparsamkeit. Immer mehr der renommierten Hersteller trauen sich, auch im Bereich der Öko-Automobile eigene Kreationen zu präsentieren. Die bisherigen Versuche boten aber auch größtenteils mehr Schein als Sein. Man fragte sich verzweifelt, wo genau der umweltfreundliche Effekt einer Limousine liegt, die im Durchschnitt 20 Liter Benzin auf 100 Kilometer verbraucht. Unsere Hoffnung liegt aber bei Renault. Der französische Konzern weiß es ganz genau, wie man den Automarkt provoziert. Vor ein paar Jahren sahen sich auf einmal alle von der Billiglimousine Dacia bedroht, die die Preisvorstellungen der Europäer revolutionierte. Nun steht eine andere Revolution an – diesmal im ansonsten langweiligen Öko-Segment.
Der Megane Grandtour 1.6 16V eco² Ethanol 85 ist einer der ersten erfolgreichen
Versuche zum Thema 'Alternative Kraftstoffe', der sich sehen, aber vor allem auch
kaufen lässt. Für 19.000 Euro bekommt man ein richtig umweltfreundliches Automobil,
das mit einem variablen Kraftstoffmix aus Bioethanol und Benzin fährt. Das ist ein
richtiges Schnäppchen, da die reine Benzin-Variante auch für 19.000 Euro zu haben
ist.
Zusätzlich schnürt Renault für den Megane Grandtour 1.6 16V eco² Ethanol 85
ein Paket mit Sonderausstattungen wie Klimaanlage und Tempopilot, das einen Preisvorteil
von 2.640 Euro bietet. Die Offensive an der „grünen“ Front ist somit angekündigt,
zumindest preislich ... Etwas näher sollten wir uns vielleicht mit dem ökologischen
Vorteil der Limousine befassen. Die neue Motorisierung bezeichnet man als „Flexible
Fuel Vehicle“ und sie lässt sich mit allen Ethanol-Beimischungen bis zu einer
Konzentration von 85 Prozent betreiben. Laut Renault soll das besonders zukunftssicher
sein. Inzwischen gewinnt Ethanol immer mehr an Popularität. Nachdem sich viele der
anderen 'alternativen Kraftstoffe' doch eher als von „Star Trek“ inspirierten
Phantasien entpuppt haben (wie etwa Fett aus der Friteuse oder reines Wasser),
etabliert sich der aus Biomasse gewonnene Ethanol als der Energieträger der
Zukunft.
Das alles ist gut und schön, doch kann sich jemand an die letzte Tankstelle erinnern, die auch Preise für Ethanol 85 so einfach legere neben den Benzin-Preisen anzeigt? Wer sich für den Megane 1.6 16V eco² Ethanol 85 entscheidet, sollte sich ganz gut überlegen, wie er sich den begehrten Kraftstoff anschaffen wird. Ethanol ist momentan an rund 100 Tankstellen deutschlandweit erhältlich und das ist nicht gerade viel. Vor allem wenn man in Hessen, Sachsen und im Ruhrgebiet unterwegs ist, soll man lieber auf Benzin umschalten. Europaweit sieht es noch schlimmer. In Spanien und Italien und vor allem in Osteuropa ist Ethanol 85 lediglich Universitätsprofessoren ein Begriff. Das soll sich aber ganz schön bald ändern, beruhigen die Renault-Experten. In Frankreich wird das Tankstellen-Netz zur Zeit kräftig ausgebaut. In Deutschland und Skandinavien wird sich die Anzahl der Tankstellen bis Ende 2008 auch wahrscheinlich verdoppeln.
Dass es sich momentan besonders lohnt, in Ethanol zu investieren, ist klar. Neben dem Umwelt-Vorteil, genießt man auch einen beachtlichen finanziellen Schub: E85 ist momentan steuerfrei und kostet rund 90 Cent je Liter. Beim Megane 1.6 16V eco² Ethanol 85 darf man aber gewohnte Renault-Qualität und Motorleistung nicht vermissen. Wie beim Benziner bietet das Triebwerk hier 77 kW/ 105 PS. Da Ethanol mit Gummi und Kunststoffen reagiert und eine höhere Oktanzahl aufweist, werden Einspritzsystem, Ventile, Kolben Zündkerzen, Kraftstofffilter, Kraftstoffpumpe und das Motormanagement modifiziert.
Die Sonderausstattung ist für dieses Segment mehr als nur zufriedenstellend: Das Automobil verfügt serienmäßig über Klimaanlage, Radio-CD, „licht an“-Automatik und Tempopilot mit Geschwindigkeitsbegrenzer.
Der Renault möchte sich noch ganz früh auf die Umwelt-Offensive in der Automobilbranche vorbereiten. Ab 2010 hat die französische Nummer eins als erster Hersteller weltweit die Produktion von Elektromobilen – Autmobilen, die nur mit Strom betrieben werden – angekündigt. Jetzt schon gibt es aber den Megane Ethanol E85, der zurecht als das erste erfolgreiche und für die Massenkundschaft erschwingliche Bio-Fahrzeug gefeiert werden kann.