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Mit Traditionen zu brechen ist immer so eine Sache – ein recht riskantes Spiel auf alles oder nichts. Wenn man erfolgreich dabei ist, ist der Gewinn mit Sicherheit enorm. Doch der freie Fall aus bereits eroberten Positionen ist immer ganz peinlich und endet unbedingt mit schwer zu überlebenden Katastrophen. Nun traut sich Jaguar, der traditionsreiche britische Edelhersteller, sich von seinem bisherigen Image zu verabschieden und eventuell neue Territorien zu erobern. Das Modell, das die neuen Tendenzen bei Jaguar zum ersten Mal offiziell präsentieren darf, ist der XF
.Bei seinem Debüt verkündete Jaguar-Chefdesigner Ian Callum „Jetzt legen wir richtig los!“ An Selbstvertrauen mangelt es also nicht. „Der neue XF führt zu einer ganz neuen Formensprache unserer gesamten Limousinenpalette“, erklärte auch Culum
.
Der XF ist mit Sicherheit ein gelungenes Automobil – hochmodern, äußerst elegant, edel und richtig aufregend. Die Limousine bietet einen zeitgemäßen und gänzlich eigenständigen Innenraum, in dem es genügend Platz für fünf Erwachsene gibt. Hier dominieren die hochwertigen und handgefertigten Materialien, die modernen Instrumente und eine beruhigend wirkende Innenraumbeleuchtung. Typisch für Jaguar ist die Liebe zum Detail, die sich auch hier bemerkbar macht. Zusätzlich stellen der intelligente Einsatz neuer Technologien und Bedienkonzepte den Komfort und Nutzfreundlichkeit des XF auf eine neue Stufe.
Irgendwann hat man das Gefühl, dass man nicht in einem realen Automobil sitzt. Komfortausstattungen und sämtliche Extras, die den Fahrkomfort verbessern sollen, bringen das automobile Erlebnis auf ein Niveau, das man von anderen Modellen nicht kennt. Allen voran sollte man das Getriebe erwähnen. Das Sechsstufen-Automatikgetriebe mit Sequential Shifttm Funktion sorgt für ein perfektes Einsetzen der verschiedenen Stufen. Die modernste Shift-by-wire-Technologie macht den Gangwechsel deutlich leichter als bei den Vorgängermodellen. Zu den weiteren Höhepunkten gehören das Radarsystem zur Überwachung der toten Winkel, vordere und hintere Einparkhilfen, die Rückfahrkamera, die adaptive Geschwindigkeitsregelung (ACC), die automatische Begrnzungsfunktion der Höchstgeschwindigkeit und das Reifendruckkontrollsystem. Die Jaguar-Ingenieure haben sich also ganz außerordentlich angestrengt, um das Fahren sicherer und komfortabler zu machen.
Sehr viel Arbeit wurde auch in das Fahrwerk investiert. Für den Start wurden gleich vier Motorversionen vorbereitet. Topvariante ist der 4,2-Liter-V8 Kompressor. Tempo 100 erreicht er in 5,4 Sekunden – eine erstaunliche Leistung für diese Klasse. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km/h. Die restlichen Triebwerke bieten aber auch eine beeindruckende Performance an. In Deutschland wird sich wahrscheinlich der 2,7-Liter-V6-Diesel der meisten Kundenresonanz erfreuen. 100 km/h erreicht er in nur 8,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 229 km/h. Die Arbeit des Motors wird dabei von einer langen Reihe von aktiven Fahrerhilfen unterstützt. Dazu zählen unter anderem der elektronische Bremsassistent (EBS), die elektronische Bremskraftverteilung (EBD), ein Anti-Blockier-System (ABS), eine elektronische Stabilitätskontrolle (DSC) sowie eine Cornering Brake Control (CBC).
Den XF gibt es gleich in drei Ausstattungsvarianten – Luxury, Premium Luxury und die Spitzenversion, die man mit dem Super V8 (SV8) mit aufgeladenem Kompressor bekommen kann. In dieser gibt es eine exzellente Infotainmentanlage, die man sonst bei keinem anderen Serienfahrzeug zu erleben bekommt. Sie hat Schnittstellen für alle möglichen Datenübertragungssysteme – Bluetooth, iPod, MP3 – sowie ein digitales Radio und einen Sechsfach-CD-Spieler. Dazu gibt es auch die Sprachsteuerung Jaguar Voicetm. Die Audio-Anlage ist übrigens über das Display des Touchscreen-Monitors in der Mittelkonsole bedienbar. Die Soundqualität der 440-Watt Surround-Anlage von Bowers & Wilkins verspricht unvergessliche Momente auf der Autobahn mit Bach, Mozart oder Saint-Saens.
Der Startpreis liegt bei etwas weniger als 50.000 Euro für den V6-Diesel. Die ersten XFs werden im Frühling ausgeliefert und jetzt schon darf man sagen – der Wagen ist ein Traditionswagnis, das unbedingt viel versprechend klingt.
Die Geschichte des Reventon beginnt eigentlich im Jahr 1943. Ferrero Guzman war zu der Zeit der absolute Star der Corrida-Bühne in Spanien. Den Kampf mit dem Stier, der aus der Zucht von Don Rodriguez geboren wurde, musste der junge Mann leider verlieren. Somit fand das Monster-Tier mit dem mythischen Namen Reventon Eingang in die Ehrenliste der berühmtesten Stiere aller Zeiten.
Der Sportwagen-Spezialist aus Sant' Agatha bringt die Legende wieder ins Leben. Der Lamborghini Raventon wurde zum ersten Mal auf der IAA 2007 vorgestellt. Die Presse reagierte damals zunächst mit einer allgemeinen Verwirrung – keiner hatte sich je so ein Automobil vorgestellt und nur wenige dachten, dass so etwas überhaupt möglich ist. Der Grund dafür ist, dass der Reventon neue Maßstäbe in der Automobil-Industrie setzt.
Es gibt Modelle, die Legenden werden, noch bevor sie offiziell auf den Markt gekommen sind. Der Lamborghini Reventon ist ein ausgezeichnetes Beispiel für diese Sondersparte im Produktkatalog. Der mythische Status wird zuerst von dem Preis angedeutet. 1.200.000 als Basispreis ist sogar für den durchschnittlichen Multi-Millionär eine beachtliche Summe. Allein die Anzahlung von 300.000 Euro bereitet den „Normal-Sterblichen“ große Schwierigkeiten. Wer sich aber den italienischen Stier leisten kann, bekommt gleich Zutritt zum „Club Reventon“. Dieser hat nur 20 Mitglieder aus der Welt der Super-Super-Reichen und Mächtigen.
Das neuste Lamborghini-Modell wird tatsächlich nur 22 Mal produziert. 20 Einheiten werden an ausgewählte Kunden ausgeliefert, die sich vor Jahren in eine Reventon-Warteliste eingetragen haben. Ein Fahrzeug ist für die nötigen Erprobungsfahrten reserviert und eins kommt ins kleine, aber ganz feine Lamborghini-Museum in der Nähe von Bologna.
Die erste öffentliche Präsentation des Reventon fand auf dem Nato-Stützpunkt in Ghedi in der Nähe von Brescia statt. An den Start ging neben dem Lamborghini auch ein Nato-Kampfjet, der aus dem Stand keine Chance hatte: Beim ultimativen Beschleunigungsrennen behielt der Lamborghini Reventon seine Front lange vorn. Als der Kampfflieger aufgeholt hatte, konnte er seine Räder nicht mehr auf dem Boden halten. Somit bestätigte sich der Lamborghini als das schnellste Fahrzeug par excellance.
Die Ingenieure verlassen sich auf den gut bekannten Zwölflitermotor, der auch bei Murcielago zum Einsatz kam. Aus dem 6,5 Liter großen Hubraum kommen beeindruckende 650 PS und über 660 Nm Drehmoment. Gepaart mit einem Leergewicht von nur 1660 Kilogramm erreicht die Fahrleistung undenkbare Dimensionen. Tempo 100 schafft der Italiener in 3,4 Sekunden – die Zeit reicht kaum, um einmal ruhig einatmen zu können. Über 340 km/h Spitzengeschwindigkeit und eine exzellente Verzögerung aus Tempo 100 bis zum Stand in nur 32 Metern unterstreichen die dynamischen Ambitionen für Fahrer und Entwickler gleichermaßen.
Die Power des Reventon muss aber auch mit der entsprechenden Technik gezähmt werden, damit das Fahrzeug überhaupt fahrbar ist. Die Ingenieure haben deshalb ein E-Gear-Getriebe entwickelt, das auch bei Formel-1-Boliden zum Einsatz kommt. Nur da hat man eben mit solchen Kräften zu tun. Der Allradantrieb ist variabel und bringt bei normaler Fahrt ungefähr 70 Prozent an die Hinterachse. In der Mitte des Cockpits ist ein G-Force-Meter integriert. Ein solches Gerät findet man allerdings nur in Flugzeugen und es zeigt wie stark genau die Kräfte auf den Fahrer sind.
Ganz im Einklang mit den beeindruckenden Zahlen ist das Design des Automobils. Die beiden Türen des Reventon öffnen sich natürlich nach oben, denn das gehört seit dem legendären Countach zu den Markenzeichen von Lamborghini. Die Schweller tragen auch einiges zu der Fahrleistung bei. Der Schweller auf der Fahrerseite ist opulent ausgeformt, um die Anströmung des Ölkühlers zu steigern. Auf der rechten Fahrzeugseite dagegen ist er glattflächig, denn hier braucht er nur die Unterbodenströmung zu unterstützen. Im Innenraum fühlt man sich als Kapitän eines Riesen-Jets. Soviel Technik, Instrumente und leuchtenden Knöpfe gibt es in keinem anderen Fahrezeug. Das alles ist notwendig, denn die enorme Fahrleistung muss ständig beobachtet und dementsprechend kontrolliert werden. An die Flugzeug-Kabinen erinnern auch die drei TFT-Flüssigkristall-Falchbildschirmen mit innovativen Anzeigekonzepten. Der Fahrer kann mit einem Knopfdruck zwischen zwei Darstellungsformen für die Fahrzeuginformationen wählen.
Die Ähnlichkeiten mit den Super-Jets sind kein Zufall. Die Lamborghini-Entwickler ließen sich gerade von solchen Maschinen inspirieren. Manfred Fitzgerald, der General Manager von Lamborghini, sagt: „Für das Design haben wir den italienischen Luftwaffen-Stützpunkt in Ghedi besucht, um die Idee eines Kampfjets umsetzen zu können. Inspiriert wurden wir vom Tornado oder der F 22 Raptor.“ Der Lamborghini Reventon gleicht keinem anderen Automobil. Von der Fahrleistung, über das Design bis zu dem Preis gehört er zu einer besonderen Kategorie von Fahrzeugen – zu den Auto-Legenden.