Kfz Daten
Zwischen Begeisterung und Verachtung – der Trabant bleibt für immer ein Teil der Welt-Automobilgeschichte. In den 34 Produktionsjahren wurden insgesamt 3.051.385 Fahrzeuge der Trabant-Baureihe hergestellt. Kaum zu glauben, dass in Deutschland 67.000 Stück vom Duroplast-Schmuckstück immer noch gefahren werden.
Ein Trabant ist die größte Herausforderung für jeden richtigen Tuning-Fan und sichert ihm immer die volle Aufmerksamkeit des Publikums.
Die Geschichte des Kleinwagens beginnt im Jahr 1954. Am 14. Januar dieses Jahres bekommt der Minister für Maschinenbau den Beschluss des Ministerrates über die Entwicklung eines Kleinwagens, "um dem Mangel an Autos aus volkseigener Produktion abzuhelfen." Im Beschluss heißt es auch, dass das Auto "nach den folgenden Eckdaten entwickelt werden muss:
Mit beispielloser Vehemenz widmen sich die ehemaligen Audi-Ingenieure dem neuen Projekt. Nach gründlicher Vorerprobung geht der Typ 50 am 7. November 1957 in die Vorserien- und am 10. Juli 1958 in die Serienproduktion. Der erste Trabant wird mit einem Zweizylinder-Zweitaktmotor mit Luftkühlung und Drehschiebersteuerung ausgestattet und ist 18 PS stark.
Zwei Jahre später wird die Motorleistung auf 20 PS erhöht und im Frühjahr 1963 kommt der 600er Motor mit stolzen 23 PS auf den Markt.
Der Trabant erfreut sich einer riesigen Kundenresonanz nicht nur in der DDR, sondern im gesamten Ost-Block. Die russische Regierung zwingt das Entwicklungs-Team dazu, ein weiteres Modell des beliebten Kunststoff-Wagens in Serienproduktion zu bringen. So erscheint 1964 der Trabant 601, der bis 1991 in über 2,5 Millionen Stück das Werk in Zwickau verlässt. In seiner Premieren-Fassung bietet der 601 einen 26 PS starken Motor, eine verbesserte Bremsanlage, eine für Behinderte entwickelte automatische Kupplung und eine im Trapezstil modifizierte Karosserie, die durch die Jahre zu einem Markenzeichen des Trabi wird.
Ende der 70er ist der Trabi mittlerweile 20 Jahre in Produktion und von der Produktionsdauer übertrifft somit sogar das legendäre Ford-T-Modell. Das Politbüro entschließt sich deshalb, in eine neue Variante zu investieren, und veranlasst den Neubau eines neuen Pkw-Werkes, das ausschließlich für den neuen Trabant gedacht ist. Der Standort wird in Mosel bei Zwickau festgelegt. Das neue Modell verlässt lediglich nie die Produktionshallen in Zwickau. Stattdessen wird der bekannte 601 ständig überarbeitet.
Ende der 70er wird das erste Diesel-Aggregat für den Trabant entwickelt. Dabei bringt die elektronisch gesteuerte Benzineinspritzung als Hauptergebnis eine Kraftstoffeinsparung von 18 Prozent. Somit erreicht der 601 einen Verbrauch von 4,5L/ 100 km - eine respektable Leistung in den Jahren der großen Ölkrise.
1977 bekommt der Kleinwagen auch seine erste elektrische Scheibenwischanlage. 1980 wird die Ausstattung auch auf eine Bremsanlage und 1982 auf ein neues Lenkrad aus Hartschaumstoff erweitert.
Das Ende des Trabant stellt die politische Wende zu Beginn der 90er Jahre dar. Der Kleinwagen kann lediglich mit den starken Konkurrenten aus dem Westen nicht mithalten und der Absatz fängt an, kontinuierlich zu sinken. Am 25. Juli 1990 rollt in Zwickau der letzte Trabant vom Band, der heute im Automobilmuseum "August Horch Zwickau" ausgestellt ist.
Somit geht eine Ära mit Freude und Leiden zu Ende. Die Plastikkarosserie gilt mittlerweile zweifelsohne als eine Legende und ein Stück Automobilgeschichte und wird mit Sicherheit noch lange Zeit die Phantasie der Tuning- und Automobilbegeisterten inspirieren.