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Geschichte

Die Geschichte des zweitältesten der vier großen japanischen Fahrzeughersteller beginnt mit dem Namen Michio Suzuki. Geboren wurde er am 10. Februar 1887 unweit von Hamatsu, südwestlich von Tokio. In seiner kleinen Stadt gründet er 1909 ein Unternehmen zur Herstellung von Webstühlen, in der er erste Erfahrung in der Metallbearbeitung sammelt. Anfang des 20. Jahrhunderts kann man in Japan mit Textilien eine Menge Geld machen und Suzuki ist einer der wenigen, die die 4500 Spinnereien mit mechanischen Webstühlen versorgt. Vor dem Zweiten Weltkrieg wird daher der Name des zukünftigen Fahrzeugbauers vor allem mit der Herstellung von Webstühlen in Verbindung gebracht.

1937 ersteht er einen ”Austin Seven." Zusammen mit seinem Techniker zerlegt er den gerade erworbenen Schatz und macht daraus sein eigenes Fahrzeug. Das Interesse am Fahrzeugbau entwickelt sich in den nächsten Jahren und es entstehen einige weitere Prototypen.

Bereits 1937 müssen Teile der Webstuhlfertigung auf Kriegsproduktion umgestellt werden. 1939 wird das neu errichtete Werk von Suzuki ”Takatsuka" bei einem Bombenangriff komplett zerstört, was die Produktion für fast zwei Jahrzehnte lahmlegt.

Nach dem Krieg kann Suzuki erst Anfang der 50er die Produktion wieder aufnehmen. Den großen Aufschwung bringt der Korea-Krieg. Der japanische Wirtschaftsmotor springt wieder an und die Produktionsziffern erreichen ungeahnte Höhen.

Im November 1951 erscheint das Kleinstmotörchen, das von Suzuki noch vor dem Krieg entwickelt wurde. Es bietet zu dem Zeitpunkt das kleinste Triebwerk, das damals in Japan produziert wird. 1952 wird der Motor serienreif und bis Jahresende rund 100.000 mal verkauft.

1954 entwickelt Suzuki auch was Größeres - das 90 Kubikzentimeter große Colleda CO. Die Motoren haben einen fulminanten Erfolg - sie bieten perfekte Leistung für einen sehr günstigen Preis. Dank der von den ersten Produkten ausgelösten Begeisterung etabliert sich die Marke auf dem japanischen Markt. Von den Stückzahlen und Produktionsanlagen her ist der Familienbetrieb Ende der 50er nach Honda die unbestrittene Nummer Zwei.

1957 zieht sich der mittlerweile 70-jährige Michio Suzuki vom Tagesgeschäft zurück. Davor entwickelt er aber noch seinen ersten Pkw. Den Prototyp stellt der Hersteller bereits 1955 vor. Es ist der Suzulight - eines der ersten japanischen Fahrzeuge mit Frontantrieb. Der vom Unternehmensgründer 1957 konstruierte Wagen ist eine größere Version des gleichen Modells, dessen Motor nun auf 360 ccm optimiert wurde.

In den 60ern und 70ern konzentriert sich die Produktion auf die Herstellung von Motorrädern. Anfang der 60er fällt auch der wichtigste Exportmarkt der Welt - die USA - dem japanischen Hersteller in die Hände. 1963 wird auch die US Suzuki Corporation gegründet. Der erste kaufmännische Direktor von Suzuki Amerika ist Jack McCormak, der Unsummen in die Werbung pumpt. Binnen zweier Jahre steigert sich der Werbeetat auf über 1 Million Dollar und erweist sich tatsächlich als erfolgreich - die Exportzahlen wachsen auf 54 000 Einheiten pro Jahr.

1967 wird das neue Modell der Pkw-Sparte vorgestellt - der Suzuki Fronte 360. Der zweitürige Kleinwagen wird sofort zum Publikumsliebling und bekommt den Kosenamen ”Daruma", der Name einer in Japan sehr beliebten Puppe.

1970 ist das Jahr des Suzuki Jimny 4WD. Das Modell ist das erste von Suzuki entwickelte Allrad-Auto und wird von einem Zwei-Zylinder und 359 ccm großen Motor angetrieben. Der Jimny erfreut sich großer Kundenresonanz und 1977 wird er mittlerweile in mehreren Variationen angeboten. Die stärkste von ihnen trägt einen Vier-Zylinder Motor mit 797 ccm großen Hubraum. Das Modell erobert auch den internationalen Markt und verkauft sich gut nicht nur in den USA und Asien gut, sondern auch in Europa und Australien, wo der Wagen unter dem Namen Suzuki Stockman vermarktet wird.

1983 erscheint ein neuer Pick-Up, der Suzuki Mighty Body, der zu einem Meilenstein in der Unternehmensgeschichte wird. Dieses Modell wird den Hersteller als eine der führenden Marken weltweit in der Produktion von Geländewagen etablieren. Was Suzuki im Programm zu diesem Zeitpunkt fehlt, ist ein kompakter, wirtschaftlicher Personenwagen. Der kommt Ende 1983 mit dem Modell Swift und wird auf der 25. Tokyo Motor Show erstmals vorgestellt. Preiswert aber doch mit anspruchsvoller Technik - der Swift ist in jeder Hinsicht ein Renner.

Ein neuer Kleinwagen von Suzuki, der Suzuki Alto Hustle, erscheint 1993. Der zweitürige Japaner wird in Korea als fünftüriger Kompaktwagen unter dem Namen Daewoo Tico hergestellt. Gerade diese Variante erobert die internationale Bühne. Der Tico setzt sich auch in Märkten durch, die bis dahin nicht als echte Goldgruben betrachtet wurden, wie etwa Lateinamerika, Bulgarien, Rumänien, Serbien, China, Thailand, Nordafrika.

Bereits Ende der 80er wird in Japan der Vitara vorgestellt. Das neue Funcar ist geboren und revolutioniert ein ganzes Marktsegment. Die Modellreihe erlebt so einen Erfolg, dass sich der Hersteller gezwungen sieht, in kürzester Zeit eine ganze Reihe verschiedener Modellvariationen zu entwickeln. So erscheint 1991 der Vitara Long als 5-türige Limousine, 1996 - der Vitara V6-2.0 und im selben Jahr - der Vitara 2.0 Turbo Diesel. Auch 1996 kommt der erfolgreiche Wiedereinstieg von Suzuki in die Kompaktwagenklasse mit der Modellreihe Baleno, die im Laufe der nächsten drei bis vier Jahre um einen Kombi und einige Motorgrößen erweitert wird.

1997 stellt Suzuki auf dem Genfer Automobilsalon den Wagon R+ vor. Das neue Modell sorgt für große Begeisterung - es vereint die Variabilität eines Vans mit den typischen Vorzügen eines Kleinwagens.

Ab Herbst 2001 ist der Vitara als Grand Vitara mit 7 Sitzen auf dem Markt erhältlich. Das Modell hat außergewöhnliche Raummaßen und eine umfangreichere Serienausstattung. Der Motor bietet auch eine respektable Leistung mit 127 kW und 173 PS.

Suzuki aktuell

Das Publikum ist sich einer Sache einig: Die Suzukis von gestern sind mittlerweile erwachsene Autos geworden. In den letzten Jahren greift der Hersteller kräftig an und füllt das bisher leer stehende Portfolio-Vakuum. Von Kleinstwagen (Suzuki Twin Hybrid) über sportlich-pfiffige Modelle (Swift) bis hin zu den gut bekannten Allradlern (Jimny und Vitara) - bei Suzuki gibt es alles.

Die Ahnengalerie des Jimny reicht bis ins Jahr 1982 zurück. Damals präsentierte Suzuki den SJ: ein waschechter Geländewagen, der auch in der Stadt eine gute Figur machte. Der Allradler wurde schnell zu einem Schlager und erlebte mehrere Facelifts und sonstige technische Erneuerungen. Im Juni 2006 begann für Jimny ein neues Zeitalter: Moderne Commonrail-Dieseltechnik von Renault hält nun unter der Haube Einzug.

Den Suzuki-Klassiker gibt es nun als Limousine und Cabrioversion. Beide sind knapp geschnittene 2+2-Sitzer. Für die Passagiere in der zweiten Reihe kann es eng werden, dafür sind aber die vorderen Sitze recht bequem und bieten ausreichend Seiten- und Kniefreiheit. Die beste Wahl bei den Jimnys ist der jüngste 1.5 DdiS, dem eine Leistungspritze von 21 PS neulich gegeben wurde. Das 200-Nm-Drehmoment macht sich ab 1.750 U/min bemerkbar und sorgt für richtigen Fahrspaß. Die Höchstgeschwindigkeit liegt allerdings bei bescheidenen 145 km/h. Dafür schafft das Commonrail-Aggregat die Schadstoffnorm Euro-4 und verbraucht auf 100 km kaum mehr als sechs Liter - für einen Geländewagen wirklich beeindruckend. Neben dem günstigen Preis ist der zuschaltbare Allradantrieb die große Stärke des kurzen kantigen Jimny. Die Sicherheitsausstattung bietet zwei Frontairbags plus ABS. Vor allem im Gelände macht der Jimny einen soliden Eindruck und ist gerade deswegen bei Bauern und Jägern ein absoluter Hit (mit Jagdschein bekommt man sogar einen Sonderrabatt). Die Basisversion ist für nur 14.190 Euro zu haben. Beim Jimny Snow gibt es zusätzlich eine Klimaanlage, Sitzheizung, CD-Radio, Nebelscheinwerfer und Funkfernbedienung. Den Snow gibt es für 15.990 Euro.

Die dritte Generation Suzuki Grand Vitara kommt mit Einzelradaufhängung, selbsttragender Karosserie und Geländeuntersetzung. Das Fahrwerk wurde auch verbessert und ist straff aber doch sehr komfortabel. Das neue Design bietet jede Menge europäischen Chic. Bei der Motorisierung stehen nun zwei Varianten zur Wahl - ein 2 Liter Benziner mit 140 PS, sowie ein sparsamerer 1,9 Liter Turbo-Diesel mit 129 PS. Der Spritverbrauch ist mit 9-10 Litern auf 100 km noch angemessen. Das Platzangebot im Innenraum fällt sehr großzügig aus und bietet sogar im Fond den Mitreisenden genügend Freiheit. Der Stauraum variiert zwischen 398 und 758 Liter. Ein großer Vorteil ist, dass die Rückbank geteilt umklappbar ist. Verarbeitung und Materialien überzeugen durchaus, obwohl das Innendesign etwas schlicht wirkt. Für extremes Gelände wird der permanente Allradantrieb durch eine Sperre und Geländeuntersetzung unterstützt, die den sehr überzeugenden Gesamtauftritt des neuen Vitara ergänzen.

Tabellarische Übersicht

1909
Gründung der Suzuki Loom Manufacturing Company
1937
Produktion mehrerer Prototypen Umstellung auf Militärproduktion
1952
Vorstellung des ersten Motorrads (Fahrrad mit Motor) "Power Free"
1954
Fertigstellung des ersten richtigen Motorrads "Colleda" Namensänderung in Suzuki Motor Company
1955
Präsentation des ersten Kleinwagens "Suzulight"
1963
Gründung der amerikanischen Vertriebsgesellschaft Suzuki Motor Corporation in Los Angeles
1969
Die ersten Suzuki-Mototrräder erreichen den deutschen Markt
1976
Einführung der GS-Baureihe
1970
Präsentation des Allrad-Wagens "Suzuki Jimny"
1980
Die ersten Suzuki-Autos werden auf dem deutschen Markt angeboten
1983
Präsentation des Pick-Ups "Suzuki Mighty Body"
1984
Suzuki stellt das legendäre Motorrad "GSX-R 750" vor
1990
Namensänderung in Suzuki Motor Corporation
1997
Präsentation des Wagon R+ (Microvan)
2006
Präsentation des neuen Jimny