Kfz Daten
Škoda gehört heute zu den ältesten, noch produzierenden Automobilherstellern der Welt. Niederlagen oder dunkle Jahre des Weltkrieges und anschließender Planwirtschaft konnten weder die Gründerväter des Unternehmens, Laurin und Klement, noch deren zahlreiche Nachfolger bremsen.
Seit 102 Jahren gehört Škoda zu den innovativsten und erfolgreichsten Herstellern Europas. Von ursprünglich einem Modell mit einer jährlichen Produktion von 170.000 Autos ist die Produktion bereits in den 30ern auf mehr als das Dreifache gestiegen. Neben den bereits bestehenden Fertigungskapazitäten im Inland (Mlada Boleslav, Vrchlabi) werden heute Škoda auch in Bosnien, in der Ukraine und Russland, aber seit neuem auch in Indien und China gebaut.
Die Geschichte von Škoda beginnt im Jahr 1895. Der Mechaniker Vaclav Laurin und der Buchhändler Vaclav Klement nehmen in diesem Jahr die Produktion von Fahrrädern in der kleinen tschechischen Stadt Mlada Boleslav auf. Der Name des ersten Fahrrads ist ”Slavia“ (aus dem Tschechischen für ”Berühmtheit“).
10 Jahre später rollt auch der erste Pkw vom Band des kleinen Werkes. Der Viturette A ist aber nur der Beginn einer Produktoffensive in den ersten Jahren der Automobilproduktion. Nur zwei Jahre später bot die Firma ganze neun neue Modelle an - vom kleinen V2-Zylinder-Pkw über einen 4-Zylinder-Rennwagen bis hin zu Transportern und Omnibussen. Im selben Jahr wird auch der erste Straßen 8-Zylinder mit 4,9-Liter-Hubraum entwickelt und die Firmengründer wandeln das Familienunternehmen in eine Aktiengesellschaft um. Das Unternehmen wächst schnell und nur drei Jahre nach seiner Gründung ist es bereits der größte Automobilhersteller im Kaiserreich Österreich-Ungarn.
In den 20er Jahren wächst die Produktion auf zahlreiche PKW- und LKW-Typen, Busse, Flugzeugmotoren und sogar Traktoren an. 1923 erscheint das legendäre Modell Laurin&Klement 150. Das Fahrzeug wird von einem starken wassergekühlten Viertakt-Benzinmotor angetrieben und bietet einen Reihenvierzylinder und Schiebesteuerung. Die Fahrleistung ist für die damalige Zeit sensationell: 19,1 kW und 26 PS. Mit diesem Modell gelingt es dem Unternehmen, seine führende Produktion in Tschechien zu stärken.
1925 kommt es zur Fusion mit den Škoda-Werken aus Pilsen. Gleich im selben Jahr entstehen neue Modelle mit 4-, 6- und 8-Zylindern, die nun auch das neue Škoda-Logo tragen. Durch die Fusion etabliert sich der Hersteller als einer der größten Fahrzeugbauer in Europa. Zu den populärsten Automobilen der Folgejahre zählt zum Beispiel der Škoda Popular. Dieser besitzt eine ganze Reihe von technischen Highlights, wie etwa statt eines Leiterrahmens ein Zentralrohr-Chassis und einen OHV-Motor. Und der bis ins Jahr 1949 gebaute Wagen Škoda Superb erhält 1939 sogar den europäischen Preis für das ”eleganteste Auto.“ Somit steigen nicht nur die Verkaufszahlen des Unternehmens, sondern auch seine Popularität. In den 30ern öffnen sich für Škoda auch die internationalen Märkte außerhalb Europas, wie zum Beispiel die USA und Afrika, aber auch Japan und Neuseeland.
Die Zeit des Aufstiegs endet lediglich mit dem Zweiten Weltkrieg, nach dessen Ende die Unternehmensgeschichte von Škoda eine ganz andere Laufbahn nimmt. 1946 wird der Konzern als AZNP Škoda verstaatlicht, wobei sich die Automobilherstellung nun auf die Produktion von billigeren Kleinwagen für den Ost-Block konzentriert. Sogar innerhalb dieses kleineren Marktes bleibt die Marke Synonym für Innovation und Qualität. So bietet zum Beispiel der 1952 vorgestellte Typ 1200 eine Ponton-Karosserie (ein Designermerkmal, das sich Ende der 50er europaweit durchsetzt). Die tschechische Regierung fördert in diesen Jahrzehnten die starke Modelloffensive. Die Pkw- und Kombi-Modelle Octavia und die Cabriolet Variante Felicia (ab 1955) werden zu den bis dahin meistverkauften Škoda im Programm. Und mit dem Octavia TS, dessen Doppelvergasanlage schon serienmäßig 55 PS aus 1,2-Liter-Hubraum mobilisiert, kann die Marke viele Rennen und Rallys gewinnen.
Die Reihe der technischen Innovationen endet mit dem Modell Škoda 1000 MB, das 1964 zum ersten Mal vom Band rollt. Der 1000 MB ist mit einer selbsttragenden Karosserie ausgestattet und durch seinen innovativen Motor aus Aluminium macht er auf sich aufmerksam. Stolze 443.141 Fahrzeuge dieser Modellreihe werden insgesamt bis 1996 produziert.
Trotz der kontinuierlichen internationalen Rallye-Erfolgen, ist die Technik der Škoda-Fahrzeuge ab Anfang der 70er gegenüber weiterentwickelten, westlichen Modellen nicht mehr voll wettbewerbsfähig. Škoda verliert seine Position auf dem westeuropäischen Markt, behält aber immer noch eine führende Stellung in den kommunistischen Ländern.
Das Ende der Isolierung der Marke stellt die Einführung der Modellreihe Favorit im Jahr 1987 dar. Von dieser werden innerhalb der folgenden 8 Jahre mehr als zwei Millionen Fahrzeuge weltweit verkauft. Das Modell überzeugt mit einem Frontmotor und zum ersten Mal in der Škoda-Geschichte mit einem Front-Antrieb. Der Favorit ist gleichzeitig das letzte Modell, das vor dem Einstieg des Volkswagen-Konzerns entwickelt wird.
Nach der politischen Wende im Jahr 1989 nimmt Škoda in Mlada Boleslav unter neuen marktwirtschaftlichen Bedingungen die Suche nach einem starken ausländischen Partner auf, um das Unternehmen langfristig abzusichern und wieder international wettbewerbsfähig zu machen. Im Dezember 1990 fällt die Entscheidung der Regierung auf Volkswagen. Am 16. April 1991 nimmt das neue Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen Škoda automobilova a. s. seine Tätigkeit auf und wird neben VW, Audi und Seat zur vierten Marke im Konzern.
Das Gemeinschaftsunternehmen erfreut sich großer Kundenresonanz und bereits fünf Jahre nach seiner Gründung feiert es den einmillionsten Škoda, der vom Band des Werkes in Mlada Boleslav rollt. Mit dem Modell Octavia erfolgt gleichzeitig die Einführung der zweiten Modell-Linie in der Mittelklasse und der Aufbau einer dafür notwendigen und nach modernsten Gesichtspunkten gestalteten Montagehalle.
In den letzten fünf Jahren haben sich die Absatzzahlen in Deutschland verdreifacht. Der Fabia, der auf der modernsten A0-Plattform des Volkswagen-Konzerns steht, wurde 2002 mit dem goldenen Lenkrad ausgezeichnet. Für die Zukunft setzt sich das Unternehmen als Ziel, seine Produktionsbasis und angewandte Systeme auf das Niveau von den Spitzenbetrieben Europas zu anzuheben..
2006 war für Škoda das erfolgreichste Jahr in der mehr als hundertjährigen Firmengeschichte. Garant dafür waren eine erfolgreiche Modellpolitik, ein daraus resultierendes wachsendes Absatzvolumen sowie das konsequent durchgeführte Kosteneinsparungspolitik For Motion. Bei der Bilanzpressekonferenz in Mlada Boleslav am 22.02.2007 hob der Vorstandsvorsitzende von Škoda Auto, Detlef Wittig, für das Jahr 2006 die erfolgreiche Markteinführung des Škoda Roomster hervor. Darüber hinaus kündigte Wittig an, dass 2007 das Jahr des neuen Fabia sein werde: ”Nach der ersten positiven Reaktionen der Öffentlichkeit sind wir überzeugt, dass er die gleichen Erfolge erreichen wird wie sein Vorgänger. “
Der neue Fabia zeigt genau, wohin die Škoda-Designer in den nächsten Jahren wollen. Der Kühlergrill ist nun nicht mehr als Rahmen ausgeformt, sondern wie beim Roomster in den Fahrzeugkörper integriert. (Dabei markiert das Škoda-Logo den Ausgangspunkt der Linienführung beim neuen Fabia – die um das ganze Auto laufende Charakterlinie (O-Ton Škoda) und der schmale Wulst, der sich über die Motorhaube bis zur Frontscheibe zieht, haben gerade bei dem Logo ihren Ursprung.) Die ausgeprägte Mandelform der Frontscheinwerfer verleiht dem Auto einen eleganten aber zugleich futuristischen Look. Ansonsten folgt auch dieses neue Modell dem Trend zu mehr Wachstum. In der Länge sind 22 mm dazugekommen, in der Höhe - gleich 47 mm. Dafür bietet auch der neue Fabia seinen Insassen deutlich mehr Komfort als sein Vorgänger. Der Hersteller hat nun seinen neuen Stolz mit elektrisch verstellbaren Sitzen ausgerüstet, die nun so geformt sind, dass es hinten deutlich mehr Kniefreiheit gibt. Ein großer Vorteil ist, dass sich die Rücklehnen der hinteren Sitze umlegen und dass sich die Sitzflächen selbst mit wenigen Handgriffen nach vorne klappen lassen. Somit vergrößert sich der Koferraumvolumen von ursprünglich 300 Liter auf ganze 1163 Liter. Anscheinend wurde konzentriert an der Fahrleistung gearbeitet. Die kräftigste aller Motorvarianten ist der 1,9-Liter-TDI. Dieser bringt es auf 77 kW/ 105 PS und ein Drehmoment von 240 Nm bei 1800 U/min. Das reicht für 190 km/h Spitze und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 10,8 Sekunden. Dazu gibt es noch einen kleineren Benziner mit 51 kW/ 70 PS und zwei Diesel mit 51kW/ 70 PS und 77kW/ 105 PS.
Seit er 1999 auf der IAA vorgestellt wurde, hat sich der Fabia zum meistverkauften Auto in Škodas Produktpalette etabliert. Die beliebteste Octavia-Reihe wurde dann erst 2004 wieder grundlegend erneuert, dennoch bleibt auch der Vorgänger als Schrägheck-Limousine und Kombi mit Zusatzbezeichnung ”Tour“ weiterhin im Programm. Aggressives Design, exzellente Fahrleistung und sparsame Dieseltechnik zeichnen den erfolgreichen Tschechen aus. Die meisten Neuigkeiten wurden allerdings mit dem sportlichen Škoda RS eingeführt. Hier wurden im Innenraum die Sitze gegen Sportsitze mit eingesticktem RS Logo sowie Lenkrad und Schaltknauf geändert. Die Sitzposition lässt sich dennoch dank längs- und höhenverstellbarem Lenkrad für jedermann passend einstellen. Die Fahrleistung verdient Respekt – 240 km/h überzeugen auch den Geschnwindigkeitsbegeisterten überzeugen. Tempo 100 schafft der Octavia RS in stolze 7,3 Sekunden. Der 2.0 Turbo-Motor mit FSI Direkteinspritzung stammt aus der jüngsten Generation an VW-Entwicklungen und wird auch beim Golf GTI eingesetzt. Der Spritverbrauch beläuft sich auf 10 Liter pro 100 km, kann aber ruhig auf 12 oder sogar 14 Liter bei zügiger Autobahnfahrt hochklettern. Angesichts der gebotenen Fahrleistung und dem Geschwindigkeitsdurchschnitt, den man dann übrigens am Bordcomputer ablesen kann, ist das ein durchaus akzeptabler Wert.