Kfz Daten
Verglichen mit anderen europäischen Fahrzeugproduzenten ist SEAT ein noch relativ junges Unternehmen. Gegründet wird die Sociedad Espanola de Automoviles de Tursimo S.A. (SEAT) am 9. Mai 1950. Vom Aktienkapital von 600 Mio. Peseten hält das staatseigene Industrieinstitut (INI) 51 %, sechs spanische Banken – 42% und Fiat 7%. Das Stammwerk des neuen Unternehmens befindet sich im Industriepark ”Zona Franca“ in Barcelona.
In den ersten Jahren konzentriert sich die Produktion vor allem auf die Herstellung von Fiat-Modellen in Lizenz.
1965 exportiert SEAT zum ersten Mal eigene Fahrzeuge ins Ausland: 150 Autos gehen als Luftfracht nach Kolumbien. Und die Automobile des spanischen Herstellers überzeugen das Publikum. Nur 15 Jahre nach der Geburt des Unternehmens übersteigt die Produktion 100.000 Einheiten. Das ist aber längst nicht alles: im nächsten Jahr erreicht SEAT eine halbe Million gebaute Fahrzeuge. Vor allem das neue Modell 850 erfreut sich großer Kundenresonanz. Innerhalb weniger Monate steigt die Produktion des neuen SEAT auf 400 Einheiten pro Tag an.
1966 beschäftigt das Unternehmen 14.500 Mitarbeiter, im Jahr 1969 sind es bereits 20.000, womit sich der Konzern als eines der wichtigsten Unternehmen Spaniens etabliert.
22 Jahre nach seiner Gründung gehört SEAT zu den 200 umsatzstärksten Firmen der Welt. Im selben Jahr wird auch der neue SEAT 127 eingeführt, von dem gleich im ersten Monat 50.000 Automobile verkauft werden.
1974 rollt der zweimillionste SEAT vom Band des Werkes in Barcelona. Mit knapp unter einer Milliarde Dollar Umsatz ist SEAT der acht größte europäische Autohersteller. Obwohl die große Öl-Krise vor allem die Automobilindustrie betrifft, weitet SEAT die Kapazität mit dem Erwerb des AUTHI-Werks in Pamplona aus. Offensichtlich trifft die Krise alle außer SEAT: Im selben Jahr stellt der Hersteller gleich drei neue Modelle vor – die Luxuslimousine 127 und die neuen Versionen von 132 und 127 Van.
Ganz unerwartet beschließt der FIAT-Konzern im Mai 1980, sich nicht an der Kapitalerhöhung zur Finanzierung eines ehrgeizigen Industrie-Restrukturierungplanes bei SEAT zu beteiligen und läutet so das Ende einer 30jährigen Zusammenarbeit ein. Die Finanzexperten sind von dem Schritt der Italiener überrascht, vor allem deswegen, weil SEAT in diesen Jahren zu den erfolgreichsten Unternehmen Europas zählt – die 32.000 SEAT-Mitarbeiter setzen jährlich eine Milliarde Dollar um.
Das Jahr 1982 wird zum Meilenstein in der Unternehmensgeschichte des spanischen Herstellers: Mit dem blauen Unternehmenslogo führt SEAT eine neue Corporate Identity ein. Am 30. September desselben Jahres wird auch ein Produktions- und Wirtschaftsabkommen zwischen SEAT und Volkswagen unterzeichnet, damit im darauf folgenden Jahr der Export nach Deutschland beginnen kann.
Am 2. April 1984 rollt der erste SEAT Ibiza vom Band des Werkes in der Zona Franca. Der Kleinwagen ist das älteste in Eigenregie entwickelte Modell der spanischen Marke. Mit einem Motor-System von Porsche, dem Design des Star-Architekten Giugaro und einer Fahrgastsicherheitszelle von Karman hatten sich erfahrene Partner an dem Projekt beteiligt.
Am 18. Juni 1986 übernimmt der Volkswagen-Konzern 51% an SEAT und nur sechs Monate später erhöht er seine Beteiligung auf 75%. Anscheinend hat der deutsche Hersteller das Erfolgspotenzial der Marke verspürt: die Produktionszahlen des spanischen Fahrzeugbauers steigen kontinuierlich seit seiner Gründung. Im Jahr der Übernahme rollt der sechsmillionste SEAT vom Band der Firma. Es folgen das Debüt des SEAT Mirabella und der Produktionsstart des Kleintransporters Terra. 1986 wird auch die Sport-Abteilung SEAT Sport gegründet.
Das Jahr 1989 geht mit der Grundsteinlegung für das neue SEAT-Stammwerk in Martorell, etwa 30 km außerhalb von Barcelona, in die Unternehmensgeschichte ein. Das Unternehmen investiert in das Projekt über 400 Milliarden Peseten (2 Milliarden DM), um das modernste Werk in Europa zu bauen. Aktuell erreicht auch die Produktion mit 474.149 Fahrzeugen Spitzenwerte, was einer Quote von über 2.200 täglich gebauten Automobilen entspricht. SEAT gehört inzwischen zu den profitabelsten Industrieunternehmen der Welt mit einem jährlichen Gewinn von 7,862 Billiarden Peseten (400 Milliarden Euro).
37 Jahre nach der Produktionsaufnahme rollte 1990 der achtmillionste SEAT vom Band. Gleichzeitig wird SEAT Sport zu einem eigenen Werk mit 1.500 qm Hallenfläche auf einem 6.000qm großen Areal ausgebaut. Im Dezember steigert Volkswagen seine Beteiligung an dem spanischen Hersteller auf 99,99%.
1992 wird das Weltpublikum auf die Marke aufmerksam gemacht – SEAT ist der General-Sponsor der Olympischen Spiele in Barcelona. Die Unternehmensführung nutzt die Möglichkeit und präsentiert den neuen SEAT Toledo als offizielles Fahrzeug der Spiele. Sein hohes soziales Engagement demonstriert der Konzern durch die Unterstützung des Olympischen Freiwilligen-Programm, der Olympischen Sporthilfe und der Route der Olympischen Flamme. Die Folgen lassen nicht lange auf sich warten: Noch im selben Jahr steigen die Verkaufszahlen mit 4,7% zum Vorjahr.
Aber weil ewiges Glück nicht existiert, kommt der Konzern 1993 in eine tiefe Finanzkrise. Der Geschäftsbericht weist einen Verlust von über 151 Milliarden Peseten (900 Mio. Euro) aus. Der Vorstandsrat unternimmt zügig Reformen und wählt einen neuen Vorsitzenden – Juan Llorens. Der Schritt erweist sich als erfolgreich und 1995 schreibt das Unternehmen wieder schwarze Zahlen – das Jahresergebnis zeigt einen Gewinn von 5,339 Milliarden Peseten.
Die Präsentation eines neuen Corporate Design und des neuen Firmenlogo in den Farben Rot und Silber erfolgt im Jahr 1999. Im September feiert der SEAT Leon auf der IAA in Frankfurt seine Weltpremiere. Er ist die wichtigste Neuerscheinung der Marke und wird sofort zum Bestseller.
Im Zuge einer Weiterentwicklung der Strukturen des Volkswagen-Konzerns wird Dr. Andreas Schleef zum neuen Vorstandsvorsitzenden der SEAT S.A. berufen. Das Pkw-Geschäft des Volkswagen-Konzerns umfasst jetzt zwei Markengruppe. Die Markengruppe Volkswagen mit Skoda, Bentley und Bugatti sowie die Markengruppe Audi mit SEAT und Lamborghini.
Die in den letzten Jahren eingeführten Modelle haben dazu beigetragen, dass die Volkswagen-Tochter ihren Markt-Anteil in Deutschland auf über zwei Prozent steigern konnte. Für weiteren Schwung sorgt nun der neue Leon.
2006 nahm SEAT mit dem Leon an der Tourenwagen-WM teil und errang den zweiten Platz. Darum darf auch das Serienmodell Cupra seinen Namen mit Stolz tragen (Cupra steht für Cup Racing). Die wilde Kraft sieht man dem Leon-Spitzenmodell erst auf den zweiten Blick an. Nur Details wie die großen 18-Zoll-Räder, die Vorderradbremsen mit roten Sätteln, das Sportlenkrad und die Pedale im Alulook künden von dem Feuer an, das der 240 PS starke Motor entfacht. Verantwortlich für diese Leistung ist der vergrößerte Turbolader. Dank ihm kommt der Spanier auch auf den hohen Wert des maximalen Drehmoments von 300 Nm. Dabei liegt die Kraft des Motors konstant zwischen 2200 und 5500 Umdrehungen an. Kontrolliert von ESP und TCS stürmt der 1320 kg schwere Fronttriebler in nur 6,9 Sekunden auf 100 km/h. Das 18-Zoll-Fahrwerk wurde im Vergleich zum Vorgänger auf noch mehr Agilität getrimmt und ermöglicht dadurch im Zusammenspiel mit den 225/45-Pirelli-P-Zero-Pneus präzise Lenkmanöver und sehr hohes Kurventempo. Im Innenraum dominiert die Farbe Schwarz. Im dunklen Ambiente setzen die weiß hinterlegten Instrumente und rot eingefassten Schriftzüge Akzente.
Im neuen SEAT Toledo dürfen sich Fahrer und Beifahrer über sehr bequeme Sitze mit straffer Polsterung freuen, die auch Langstrecken nicht zur Qual werden lassen. Die Bedienung der Instrumente ist unkompliziert konzipiert. Das mit einem Rautenmuster versehene Plastik des Armaturenträgers sieht gut aus, setzt aber keine innovativen stilistischen Akzente und wirkt daher eher klassisch-konservativ.
Fahrwerk und Lenkung des Toledo stammen vom Golf. Die Ausstattung ist sogar in der Basis-Version ”Stylance“ mehr als ausreichend: Nebelscheinwerfer, Klimaautomatik, elektrische Fensterheber, Bordcomputer, sechs Airbags, ESP und vieles andere sind an Bord. Für das jüngste SUV hat der spanische Hersteller vier Motoren-Variationen vorbereitet. Der stärkste leistet 110 kW/ 150 PS, die ihn zu einer Höchstgeschwindigkeit von 206 km/h beschleunigen. Tempo 100 schafft der Toledo in stolze 9,7 Sekunden, die für seine Klasse wirklich beeindruckend sind. Das Sechsgang-Getriebe passt sehr gut zu der dynamischen Laufkultur des Motors. Das maximale Drehmoment von 200 Nm liegt bei 3500 U/min.