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In einem Holzschuppen in Boulogne-Billancourt beginnt die Geschichte des heutigen Multi-Millionen-Konzern Renault. 1889 montiert dort Louis Renault sein erstes Automobil, den Prototyp des späteren ”Typ A“. Damit nimmt schon damals der geniale Konstrukteur den aktuellen Markenslogan ”Renault. Créature d'automobiles“ vorweg.
In Rekordzeit beginnt dann der Aufstieg der neu gegründeten Marke. Die ersten Probefahrten des neuen Prototyps begeistern das Publikum und so dass auch die Produktion beginnen kann.
1898 gründet Louis Renault gemeinsam mit seinen Brüdern das Unternehmen ”Renault Frères“ und nur zwei Jahre später beschäftigt die junge Firma (zum Neujahr 1900) bereits 100 Angestellte.
Kurz nach der Firmengründung setzen die Brüder Maßstäbe im Bereich des technischen Fortschritts: Nach zahlreichen Rennsiegen mit verschiedenen Versionen ihrer ”Voiturette“, stellt ein solches Modell 1901 mit 1.21 Minuten einen neuen Weltrekord über die Kilometerdistanz auf. Diese Zeit entspricht einer Geschwindigkeit von 44 km/h. Noch im selben Jahr dominiert ein Renault die Rennen Paris-Toulouse (Dreifach-Sieg), Paris-Bordeaux (Vierfach-Sieg) und Paris-Berlin. Die Rennsiege machen die breite Öffentlichkeit auf Renault aufmerksam.
Louis Renault hat ein einziges Ziel für sein Unternehmen: Es soll wachsen. Aber zu Beginn des Jahrhunderts können sich nur die oberen Bevölkerungsschichten ein Automobil leisten. Daher entscheidet sich der Konstrukteur einfache, solide und gut verarbeitete Autos für die breite Masse herzustellen.
Kurz bevor die Idee Renaults in Erfüllung geht, bricht der Erste Weltkrieg aus. Dadurch ändert sich die Produktion. In den Werken von Renault werden keine Autos mehr hergestellt, sondern Kriegsmaterialien. Renault stellt neben Militärfahrzeugen und Krankenwagen unter anderem auch leichte Panzer her.
Nach dem Ende des Krieges kann sich Renault wieder ganz der Zivilproduktion widmen. In Le Mans entsteht ein neues Werk, das mit Wohnungen, Vorschule, Poliklinik und Sportstätten eher einem Sozialkomplex als einem Produktionsstandort gleicht. Der 1919 vorgestellte Renault 10 CV ist das erste Automobil mit Linkslenkung. Das Fahrzeug erfreut sich großer Beliebtheit. Die Verkaufszahlen steigen und zu Beginn der 20er Jahre ist Renault das größte private Industrieunternehmen Frankreichs.
Am 10. Juli 1926 beendet ein Renault 40 CV Type NM eine 24-stündige Non-Stop-Fahrt nach 4.167,578 km und erzielt damit eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 173,649 km/h. Auf dem Weg zu diesem Rekord korrigiert der mit einem 42 PS-starken Sechszylinder ausgerüstete Wagen nebenbei auch die Bestzeiten über 500, 1.000, 2.000, 3.000 km.
Nach dem ”Schwarzen Freitag,“ dem 25. Oktober 1929, liegt die weltweite Wirtschaft weitgehend am Boden. Viele Automobilhersteller streichen die Segel. Renault manövriert sich aber ganz sicher durch die unruhigen Zeiten. Die Produktion konzentriert sich nun auf die Herstellung energiesparender Fahrzeuge. Der Renault 6CV, das Modell, in Folge dringend des Börsenkrachs entwickelt wird, verbraucht nur 3,7 Liter Treibstoff auf 100 km. Als ein Teil der Krisenstrategie erweitert sich die Produktpalette der Marke auf robuste Lkw, Nutzfahrzeuge, Flugzeugmotoren und Lokomotiven. Bereits 1932 zieht die Pkw-Produktion von Renault wieder voll an und übertrifft 1935 mit 58.000 gebauten Fahrzeugen den Wert des Jahres 1929 um acht Prozent. Nur ein Jahr später erreicht die Produktion die Rekordmarke von 61.146 Fahrzeugen. Einen erheblichen Teil an der Erfolgsgeschichte haben die Taximodelle von Renault: 1933 verkauft das Unternehmen 4.500 Fahrzeuge an die Pariser Droschkengesellschaft. Die Modelle sorgen nebenbei für gute und kostenlose Werbung – bis in die 50er sind die berühmten Vivaquatre G7-Taxi Bestandteil des Straßenbildes der französischen Hauptstadt.
Der Zweite Weltkrieg bringt eine entscheidende Wende in die Unternehmensgeschichte. 1940 okkupieren deutsche Besatzungstruppen die Werke von Renault. Fortan laufen dort Lkw für die Wehrmacht vom Band bis die Fabriken schließlich von britischen Fliegerverbänden zerstört werden. Eine ganze Ära endet 1944, als Louis Renault unter dem Vorwurf der Kollaboration verhaftet und sein Lebenswerk verstaatlicht werden.
In der Nachkriegszeit konzentriert sich das Unternehmen auf die Produktion eines einzigen Modells – des Renault 4 CV. Davon verkauft der Hersteller bis 1961 1,15 Mio. Fahrzeuge.
1955 übernimmt der bekannte Wirtschaftler Pierre Dreyfus die Leitung der Firma, der bei der Belegschaft vor allem wegen seines Engagements für soziale Verbesserungen ausgesprochen beliebt ist. Unter seiner Führung steigen die Marktanteile vor allem auf den Exportmärkten. Auch die zwei Erfolgsmodelle Renault 4 und Renault 16 werden während seiner Amtszeit entwickelt. Die Politik der Expansion der Marke wird auch von den Nachfolgern von Dreyfus konsequent weitergeführt.
Ab 1992 heißt der neue Vorstandsvorsitzende Louis Schweitzer. Unter seiner Leitung kommt es zu einer Teil-Privatisierung des Unternehmens, zu der strategischen Allianz mit Nissan und zu den erfolgreichen Übernahmen von Dacia und Samsung. 1998, pünktlich zum hundertjährigen Bestehen, nimmt Renault sein neues Technikzentrum in Guyancourt in Betrieb, in das 6,4 Milliarden Franc investiert wurden.
2001 präsentiert der Hersteller seinen neuen Markenclaim ”Renault. Créature d'automobiles.“, der den 15 Jahre alten Slogan ”Autos zum Leben“ ablöst.
Am 1. Mai 2005 wechselt Carlos Ghosn Schweitzer an der Spitze der Unternehmensführung ab, der den Expansionskurs weiterführt.
Heute zählt Renault zweifelsohne zu den größten und erfolgreichsten Konzernen der Welt. Die Produktpalette reicht von Motorrädern und Mittelklassen-Pkw bis hin zu Lkw, Flugzeugmotoren und Lokomotiven.
In Deutschland ist Renault seit Jahren Importmarke Nummer eins. Die Tochtermarke Dacia mit ihrem Billig-Auto Logan machte jedoch zuletzt die Runde und sorgte für Gesprächsstoff.
Die Stamm-Marke erneuerte zum Modelljahr 2006 den erfolgreichen Kleinwagen Clio. Das neue Modell des Bestsellers wurde der Presse bereits im Herbst 2005 vorgestellt. Es ist mit 3,99 Metern nur wenig länger als sein Vorgänger und bietet im Innenraum deutlich mehr Platz. Breite und Höhe haben ebenfalls beachtlich zugelegt , was auch dem Kofferraum zugute kommt. Fahrer und Beifahrer genießen einen besonderen Komfort, was in der Klasse des Clio gar nicht selbstverständlich ist.
Vor allem die verstellbaren Sitze machen einen sehr guten Eindruck. Die Sicherheitsausstattung verdient Anerkennung – bis zu acht Airbags gibt es im neuen Modell. ABS mit Bremsassistent, Servolenkung und Zentralverriegelung gibt es serienmäßig. Für gehobene Ansprüche stehen feine Extras wie Xenoscheinwerfer mit Kurvenlicht, Navigationssystem, Reifendruckkontrolle oder Chipkarte statt Schlüssel zur Disposition. Große Fortschritte auf dem Weg zum Vollwertauto werden auch beim gebotenen Komfort erkennbar. Aerodynamisches Feintuning an A-Säulen, Außenspiegeln und Scheibenwischern hilft die Windgeräusche zu senken. Als Motorisierung für den zwei- und viertürig lieferbaren Clio III sind drei Benziner und drei Diesel im Angebot, deren Leistungsspektrum von 68 bis 112 PS reicht. Darüber hinaus ist zum Beispiel der 1,5-Liter-Diesel in unterschiedlichen Variationen - mit 50 kW/ 68 PS, 63 kW/ 86 PS oder 78 kW/ 106 PS - erhältlich. Seit dem ersten Quartal 2006 ist auch ein Partikelfilter lieferbar.
Der Megane steht europaweit für eine Erfolgsgeschichte und das aus gutem Grunde – die Qualitäten des Modells sind unbestritten. Solides Fahrwerk, ordentliche Motoren, viele Ausstattungsvarianten ein überzeugendes Sicherheitskonzept sowie das großzügige Platzangebot sprechen für sich. An der neuen Version hat sich äußerlich nicht gerade viel geändert – die Front wirkt etwas kräftiger und kantiger und die neuen Leuchteneinheiten sind die einzigen Unterschiede, die beim ersten Blick auffallen. Die wichtigsten Neuerungen passierten jedoch unter der Haube. Die Dieselpalette lässt mit zahlreichen Versionen kaum noch eine Lücke: 1,5-Liter-Versionen mit 86 und 106 PS, dazu die 1,9-dci-Modelle mit 110, 130 und 150 PS, alle mit Euro-4. Der Treibstoffverbrauch ist sehr moderat: 4,7 Liter Diesel pro 100 km braucht die Version 1.5 dCi. Die Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h ist ebenso ausreichend wie die Spurt-Zeit von 0 auf 100 km/h in 11,1 Sekunden.