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Peugeot
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Geschichte

Die Geschichte des traditionsreichsten französischen Automobilherstellers beginnt in der Mühle der Brüder Peugeot in dem kleinen Ort Herimoncourt in der Region Doubs.

1812 beschafften sich Jean-Frederic und Jean-Pierre die erforderliche Genehmigung und wandelten ihre Mühle in eine Fabrik für Formpressstahl um. Dort möchten die Peugeot-Frères zunächst Sägeblätter, Uhrenfedern und polierten zylindrischen Stahl herstellen.

1818 meldeten die beiden ein Patent für die Herstellung von Sägen an. Da die Sägezähne an den Rachen eines Löwen erinnerten und damit an Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit, wurde der Löwe zum Kennzeichen des Herstellers. Das Unternehmen entwickelte sich seitdem schnell und erweiterte seine Produktpalette auf sämtliche Haushaltsgeräte. Im Jahr 1840 zählte zum Beispiel die Kaffeemühle von Peugeot zu den wichtigsten Geräten in der Küche der Franzosen.

1882 begann die Produktion von Fahrrädern. Das erste Modell, der sogenannte ”Grand-Bi,“ wurde schnell zu einer Sensation. Seinem ehrgeizigen Erfinder, Armand, war das aber nicht genug. Gemeinsam mit seinem Bruder Eugène gründete er die erste Werkstatt Frankreichs für Herstellung von ”Velozipeds“. 1889 entstand dort das erste dreirädrige Auto, das auf den Namen Peugeot hörte.

Den Aufschwung des Automobils vorausahnend, wechselte Armand Peugeot schnell vom Dampf- zum Benzinantrieb. In den Jahren zwischen 1902 und 1909 wechselte man bei Peugeot vom Lenker zum Lenkrad und verabschiedete sich vom ”Kutschenwagenlook“. Die ersten Wägen, die mit Lenkrad und Motorhaube in größere Serie gingen, hießen Typ 36 und Bebe.

In diesen Jahren existierten zwei Unternehmen mit dem Namen Peugeot – die ”Automobiles Peugeot“, hergestellt in Audincourt und Lille von Armand Peugeot, und ”Lions Peugeot“, hergestellt in Beaulieu von der Firma ”Fils de Peugeot Frères“. Die zwei Unternehmen schlossen sich 1910 zusammen und nannten sich ”Société des Automobiles et Cycles Peugeot“.

Ihre ersten Siege im Rennsport feierte die Marke 1910. Der erste große Erfolg stammte allerdings aus dem Jahr 1913 als Jules Goux die 500 Meilen von Indianapolis gewann. Sein Peugeot L76 wurde von einem Vierzylinder-Motor mit zwei oben liegenden Nockenwellen angetrieben, die auch schnell in die Serienproduktion eingeführt wurden.

1919 präsentierte Peugeot den 301 Eclipse – das erste Automobil auf der Welt mit einem versenkbaren Klappdach. Und mit dem 1929 auf der Pariser Messe vorgestellten 201 wurde erstmals das Nummerierungssystem der Peugeot-Modelle eingeführt, bei der die erste Zahl die Größe und die dritte Zahl die zeitliche Reihenfolge angeben.

Das Konzept einer aerodynamischen Linienführung ging im Oktober 1935 mit dem 402 in Serie. Die berühmte Linie ”Fuseau Sochaux“ verwandelte das Modell in eine absolute Sensation auf dem Pariser Salon.

Der große Aufschwung für Peugeot folgte allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Bereits das erste Nachkriegsauto war ein Erfolgsmodell. Der 203 wurde im Jahr 1948 vorgestellt. Es war das erste Fahrzeug mit einer selbsttragenden Ganzstahlkarosserie, die in Grossserie produziert wurde.

Ab 1955 war für das Design von Peugeot der italienische Meister Pininfarina zuständig. Sein erstes Werk war der 403, der zugleich auch das erste Peugeot-Fahrzeug mit einem Diesel-Motor war.

Als fulminanter Erfolg ergab sich das Modell 404, das 1960 auf den Markt kam. Der Wagen durfte sich vor allem in Frankreich und im französischsprachigen Afrika über eine große Kundenresonanz freuen. Vom Senegal bis zur Elfenbeinküste waren praktisch alle Taxis Peugeot-Modelle, die dann rund zwanzig bis dreißig Jahre lang in Betrieb waren.

Mit dem 204 führte Peugeot 1965 den Frontantrieb ein und 1979 verpflanzte ”der Löwe“ als erster Hersteller auf der Welt einen Turbodieselmotor in ein Serienfahrzeug.

Die neuen Modelle verkauften sich sehr gut und dank einer erfolgreichen Investitionspolitik konnte der Hersteller seine Finanzlage stärken. 1974 wurde Peugeot Mehrheitsaktionär in Citroën und 1979 wurde das Tochterunternehmen von Simca, Talbot, aufgekauft. Die letzte Fusion ergab sich allerdings als sehr unprofitabel und der Konzern sah sich dazu gezwungen, die Marke nur zwei Jahre später komplett aufzugeben.

Die schwierigen 80er waren nach der Einführung der Modellreihe 6 im Jahr 1991 für immer vergessen. Das erste Fahrzeug der erfolgreichen Serie war der 106. Ihm folgte 1993 das Modell 306 und im Jahr 1994 kam die Marke mit dem 806 auf den Monospace-Markt.

Das Modell 406 erschien erstmals im Jahr 1995 als Limousine und 1997 als elegante und attraktive Coupe-Version. Entworfen und produziert von dem Designer Pininfarina, gewann der 406 den Titel ”International bestgeformtes Coupe 1997“ bei der Triennale in Mailand und ”Bestaussehender Pkw 1998“ beim Festival in Chamonix.

Peugeot aktuell

Peugeot ist seit 1976 mit der Schwestermarke Citroën unter dem Dach des PSA-Konzerns vereint. Im Mittelpunkt des Modelljahres 2006 stehen der Kleinwagen 107, ein Facelift für die 307-Reihe und das 407 Coupe.

Die Markteinführung des 107 fand im Mai 2005 statt. Das jüngste Baby von Peugeot misst in der Länge 3,43 Meter und wiegt knapp 900 Kilogramm. Es entstammt einer Liaison zwischen PSA und Toyota . Klein, wendig, mit viel Platz für die Insassen und einem sympathischen Baby-Look – mit diesen Eigenschaften komplettiert der Peugeot 107 die Modellreihe des französischen Löwen. Mit seinen sehr kompakten Abmessungen präsentiert sich der Kleine als ideales Fahrzeug für die Stadt, wo er sogar mit den kleinsten Parklücken keine Probleme zu haben scheint.

Der größte Vorteil des Modells ist die maximale Raumausnutzung bei extrem kompakten Abmessungen. Der 107 verfügt über einen Fahrer und einen bei Bedarf abschaltbaren Beifahrer-Airbag sowie Seiten-Airbags an den vorderen Sitzen. Für den Fall der Fälle hat aber der Konstrukteur auch einiges mehr vorgesehen: serienmäßig gibt es neben ABS und der elektronischen Bremskraftverteilung EBV auch die Kurvenbremskontrolle CSC, die dem Peugeot mehr Stabilität bei Manövern verleiht. Sogar die Basisversion Petit Filou verfügt über eine elektrische Servolenkung und ein höhenverstellbares Lenkrad sowie eine umklappbare Rückbank mit Kopfstützen. Auch im Inneren ist das Erscheinungsbild des 107 durch einen modernen, freundlichen Look geprägt. Die große Armaturentafel und die runde, direkt auf der Lenksäule platzierte Instrumenteneinheit setzen die optischen Akzente im Cockpit. Sehr praktisch sind die zahlreichen Ablageflächen und auch der geräumige Kofferraum überrascht angenehm. Der große 1,0-Liter Benziner treibt den 107 auf 50 kW (68 PS) an. Der Kraftstoffverbrauch ist besonders sparsam – nur 4,6 Liter/ 100 km.

Etwas zwiespältig kann der erste Eindruck vom Peugeot 307 sein. Zum einen bietet er die für die Marke typischen Finesse und Eleganz, zum anderen verleihen ihm der dominante Lufteinlass, die markant gepfeilten Scheinwerfer und ein wie in die Haube gestanztes Löwenlogo einen Hauch Wildheit. Der 2,0-Liter-Vierventil-Benziner macht den 307 140-PS-stark. Der wilde Motor sorgt zweifelsohne für ein tolles Fahrerlebnis. Dafür wirkt der Innenraum eher konservativ und nobel. Lederbezug auf Sitzen und Teilen der Innenverkleidung, neue Bi-Zonen-Klimaautomatik, Reifendrucksensoren, Stereoanlage mit CD-Wechsler sowie Tempomat werden serienmäßig angeboten. Auch serienmäßig erscheinen die Partikelfilter, sowie die Nebelscheinwerfer.

Tabellarische Übersicht
1896
Gründung der Société Anonyme des Automobiles Peugeot
1898
Das mit Dampf angetriebene Serpollet-Dreirad wird fertiggestellt
1912
Fertigstellung des Werkes Sochaux
1925
Das Werk Socheaux wird zum Hauptsitz der PKW-Produktion
1929
Präsentation des Modells 201 auf der Pariser Messe
1948
Das erste Nachkriegsmodell der 203 erscheint
1955
Mit dem 403 wird der erste massenproduzierte Peugeot mit Dieselmotor vorgestellt
1960
Einführung des Modells 404, das vor allem als Taxi in den französischsprachigen Teilen Afrikas bekannt wurde
1965
Gründung der Peugeot S.A. Holding
Eröffnung des Industriestandortes Mulhouse
1974
Peugeot wird Mehrheitsaktionär bei Citroen
1976
Fusion mit Citroen zur PSA-Gruppe
1978
PSA kauft die europäischen Tochtergesellschaften von Chrysler
1979
Firmierung der von Chrysler gekauften Marken unter dem Namen Talbot
1986
Aufgabe der Marke Talbot
1992
Sieg des Modells 905 bei den 24 Stunden von Le Mans
1993
Wiederholter Gewinn der 24 Stunden von Le Mans