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Die Automobilindustrie von heute hätte sicherlich anders ausgesehen, wenn es nicht die Marke ”Mercedes“ gegeben hätte. Die Geschichte des Automobils stimmt zu einem großen Teil mit der Geschichte von ”Mercedes-Benz“ überein.
Das erste Automobil, der erste Omnibus, der erste Lastwagen, der erste Dieselantrieb, die ersten Fahrzeuge mit ABS und ESP, das erste aktive Fahrwerk (ABC), die erste Keramikbremse (C-Brake), der erste Sensotronic Brake Control (SBC) – immer steht ein Name als Ursprung dahinter – Mercedes.
9,5 Mio. Menschen weltweit besitzen heute ein Mercedes und sie sind Besitzer nicht nur eines Fahrzeugs, sondern auch eines Stücks der Legende ”Mercedes“.
Die Entstehung der Firma wird vor allem mit vier Namen verbunden. Karl Benz wurde am 25. November 1844 als Sohn eines Lokomotivführers in Karlsruhe geboren. Er besuchte das Gymnasium und studierte danach an der Polytechnischen Universität in Karlsruhe. Der Anfang als selbstständiger Mechaniker war schwer und die Existenz der Eigenmarke war mehrmals in Gefahr. Ohne den starken Willen von Bertha Ringer, die Frau von Karl Benz, und ihren unerschütterlichen Glauben an den Erfolg ihres Mannes, hätte es die Firma ”Benz & Co.“ vermutlich nie gegeben.
Fräulein Ringer heiratet Karl Benz am 20. Juli 1872 im Alter von 23 Jahren. Noch während ihrer Verlobungszeit wurde ihre Integrität in Frage gestellt. Karl Benz und sein Geschäftspartner August Ritter gerieten in eine nahezu aussichtslose wirtschaftliche Lage. Bertha traf kurzentschlossen eine selbstlose, für Karl Benz jedoch existentielle Entscheidung und ließ sich ihre Mitgift vorzeitig auszahlen. Die Summe reichte geradeaus, um die Schulden zu tilgen und den Geschäftspartner auszuzahlen, damit man künftig immer nur selbstständig gehandelt werden kann.
Die andere Schlüsselfigur in dem Unternehmen - Gottfried Daimler - war zuerst technischer Leiter der Gasmotorenfabrik von Otto und Langen. Diese Position verließ er 1882 wegen Differenzen mit der Geschäftsführung und entschied sich, als selbstständiger Konstrukteur tätig zu werden. Unterstützt wurde er von dem jungen Mechaniker Wilhelm Maybach. Das erste gemeinsame Projekt war ein leichter, schnell laufender Verbrennungsmotor. Bei seinen umfangreichen Recherchen entdeckte Maybach ein Patent des Engländers Watson, das eine ungesteuerte Glührohrzündung beschrieb – eine wichtige Voraussetzung für höhere Drehzahlen. Nur ein Jahr danach kam es zur Entstehung eines ersten liegenden Versuchsmotors, aus dem die sog. ”Standuhr“ später entstand (ein Motor mit stehendem Zylinder, der für den Einbau in Fahrzeuge geeignet war).
1889 wurde der von Maybach entwickelte Motor auf der Pariser Weltausstellung vorgestellt. Als im November 1890 die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) gegründet wurde, wurde Wilhelm Maybach als Chefkonstrukteur engagiert.
Aber was wäre ein Unternehmen ohne einen starken Rücken. Im Fall von Daimler heißt dieser Emil Jellinek, ein technikbegeisterter Kaufmann aus Österreich. Bereits 1897 kaufte sich Jellinek seinen ersten Daimler-Wagen (ein Zweizylinder mit 6 PS und 24 km/h). Das reichte ihm aber lange nicht und ein Jahr später bestellte er noch zwei Daimler Phönix (der erste Straßenfahrzeug mit Vierzylindermotor und 8 PS). In kurzer Zeit wurde Jellinek Großkunde bei Daimler. 1900 orderte er 29 Fahrzeuge und investierte in die Entwicklung eines neuen Motors mit dem Namen ”Daimler-Mercedes“ (Mercedes war der Name der Tochter von Jellinek und das Pseudonym, den er bei Rennveranstaltungen benutzte). 14 Tage nach der Unterzeichnung des Vertrags bestellte der österreichische Handelsmann weitere 36 Fahrzeuge im damaligen Wert von 550.000 Mark. Einige Wochen später platzierte er den gleichen Auftrag noch einmal, womit er die gesamte Entwicklungs- und Produktionsphase der lang erwarteten Erfindung finanzierte.
Am 22. Dezember 1900 wurde an Jellinek das erste Fahrzeug ausgeliefert. Der erste Mercedes wurde von einem von Wilhelm Maybach entwickelten Motor angetrieben und gilt in der Weltgeschichte als das erste moderne Automobil. Dieses war ein Rennwagen mit 35 PS.
Die 20er Jahre waren für die Automobilindustrie besonders schwer. Zu sehr lasteten die Nachkriegsjahre auf der Kaufkraft der Kundschaft. Die zwei Unternehmen ”Daimler“ und ”Benz“ sahen sich gezwungen, miteinander zu kooperieren, um diese schwierige Etappe zu überleben. 1926 folgte dann zwangsläufig der Zusammenschluss zu Daimler-Benz AG, der zu dem Aufstieg führte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Automobilproduktion erst 1947 wieder aufgenommen. Das erste Modell, das vom Band des Unternehmens rollte, ist der 170 D (W 136). Das Unternehmen konnte dann schnell wieder seine führende Position bekommen und Mitte der 50er gehörte der Mercedes-Stern zu den populärsten Symbolen der Automobilindustrie.
Seit 1952 fanden sich Mercedes Rennwagen auf dem Siegerpodest der meisten Ralley-Veranstaltungen. Vor allem der Name des argentinischen Fahrers Juan Manuel Fanigo wird mit dem legendären Ruf der Marke im Rennsport verbunden.
In der Folgezeit schafft es Mercedes immer wieder mit seinen Modellpaletten Maßstäbe zu setzen. Mercedes gilt heute als die weltweit erfolgreichste Marke der Automobilindustrie. Technische Perfektion, hoher Qualitätsstandard, Innovationskraft und zahlreiche legendäre Modelle ( wie etwa der 300 SL Flügeltürer oder der Mercedes 540 K) prägen die Unternehmensgeschichte.
Immerhin ist Mercedes die einzige Automarke der Welt, die sich so etwas leisten kann: Für jedes Mercedes-Fahrzeug gibt es eine lebenslange Garantie (mobilo-life). Der Mercedes-Stern ist heute zweifelsohne der berühmteste Symbol der Automobilindustrie und gehört zu den fünf bekanntesten Markenzeichen der Welt.
1998 kam es zu der Fusion von Daimler Benz AG mit dem amerikanischen Konzern Chrysler. Das neue Unternehmen trägt den Namen DaimlerChrysler. Es hat zwar seinen Sitz in Stuttgart, der Vorstand tagt allerdings abwechselnd in Stuttgart und Auburn Hills, wo die Zentrale des amerikanischen Herstellers gelegen ist. Somit gehören nun zur Daimler-Benz-Gruppe die Marken Mercedes, Smart und Maybach, sowie auch Chrysler, Dodge und Jeep.
Aber nicht nur im Bereich der Personenwagen ist die Marke Mercedes Benz Weltführer. Die DaimlerChrysler AG ist heute der weltweit größte Hersteller von Nutzfahrzeugen. Neben Mercedes-Benz gehören die Marken Freightliner, Thomas Built Buses , Setra, Western Star, Orion und Amrican LaFrance zu der Gruppe.
Darüber hinaus beteiligte sich Daimler Benz bzw. Daimler Chrysler im Laufe der Jahrzehnte an zahlreichen Firmen wie: Auto Union, Horex, Krupp (1968), FBW (1980), AEG (1985), Dornier-Werke (1985), Mitsubishi Motors Corporation (Sperrminorität und Stellung des CEO) und Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation (2003).
Produktionsstätten von DaimlerChrysler werden zum jetzigen Zeitpunkt in 17 Ländern unterhalten, darunter Österreich, USA, Mexiko, Südafrika, Ägypten, Australien, Japan.
2006 hinkte Mercedes den Vorjahreszahlen und den Renditezielen hinterher. Viele bereits weit gediehene Projekte wurden auf den Prüfstand gestellt oder gestoppt. Als höchste Priorität auch für 2007 gilt die Verbesserung der Qualität.
Sogar in schwierigen Zeiten bleibt ein Mercedes seinem Namen treu. 2006 wurden zahlreiche neue oder verbesserte Modelle geliefert, die die Presse und Publikum begeisterten.
Wem Exklusives noch nicht außergewöhnlich genug ist, der ist mit der sportlichen Stern-Tochter AMG bestens beraten. Die AMG-Versionen der S-Klasse und des auf dieser Baureihe fließenden brandneuen Coupes CL bieten pure Leistung, beeindruckende Optik und elegantes Design. Der S 63 und der CL 63 werden mit einem neu entwickelten 6,3-Liter-Benzinmotor angeboten. Ganz ohne Turbo- oder Kompressorunterstützung schafft der Achtzylinder 385 kW und 525 PS, d maximale Drehmoment liegt dabei bei 630 Nm. Über die Fahrleistung sollte man nicht lange reden – die Zahlen sagen genug: Beide Modelle – der S 63 und der CL 63 - erreichen Tempo 100 in 4,6 Sekunden. Die Abriegelung bei Tempo 250 kann durch ein sog. ”Drivers Package“ auf 300 km/h heraus geschoben werden. Sogar Tempo 320 ist zu großen Teilen im Coupe gar nicht vernehmbar.
Der Preis harmoniert allerdings mit der Leistung dieser exklusiven Limousinen – 130.500 Euro zahlt man für die S-Klasse, 144.400 Euro für das zweitürige Coupe CL. Das ist aber längst nicht alles – der Durchschnittsverbrauch beträgt nach Angaben von Mercedes 15 Liter pro 100 km, kann aber wohl auf 20 und sogar 22 Liter steigen.
Auch in der R-Klasse fühlt man sich wie in einem Mercedes. Die verwendeten Materialien für den Innenraum sind aus Aluminium und Holz und sind sorgfältig verarbeitet. Das Lederlenkrad sorgt für ein angenehmes Gefühl. Mit diesem Modell spielt Mercedes im Segment der Raumriesen und zwar mehr als überzeugend. In der Konfiguration als Viersitzer stehen 888 Liter Stauraum zur Verfügung und wenn man auch die zweite Reihe umklappt, passen sogar 1.950 Liter rein. Der Dieselmotor im R 320 CDI leistet stolze 224 PS und schon bei 1.600 Umdrehungen liegen satte 510 Nm an. Nur 8,7 Sekunden braucht der Riese, um Tempo 100 zu erreichen. Und die maximale Geschwindigkeit ist für diese Klasse unschlagbar – 222 km/h.