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Mazda
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Geschichte

Im Jahr 2006 hatte der japanische Automobilhersteller Anlass zu einer großen Feier – vor 75 Jahren in Hiroschima ging der erste Pkw von Mazda in Produktion. Im Jubiläumsjahr konnte der Hersteller auf eine Geschichte zurückblicken, in der beeindruckende Erfolge neben großen Katastrophen geschrieben wurden.

Der Name ”Mazda“ stammt von Ahuro Mazda, der höchsten zoroastrischen Gottheit der Weisheit und Erkenntnis in Japan. Die Figur des Gottes vereint symbolisch Mensch, Natur und alle Götter. Andererseits wird aber auch der Name des Unternehmensgründers, Jujiro Matsuda, auf Japanisch als ”Mazda“ ausgesprochen.

1920 gründete er in Hiroschima das Stammhaus des heutigen Konzerns - die Kork-Fabrik Toyo Cork Kogyo Co. Ltd. Die Produktion wurde aber schnell umgestellt und statt Flaschenverschlüssen stellte die Fabrik Kraftfahrzeuge her.

1931 ging das erste Automobil in Produktion. Das ist ein 3-rädriger Lastwagen mit dem Namen ”Go“. Der Go wurde von einem 1-Zylinder-Motor angetrieben, der 10 kW und 13 PS leistete. Das Debüt-Modell von Jujiro Matsuda wurde schnell zum asiatischen Exportschlager.

Die größte Katastrophe in seiner Unternehmensgeschichte erlebte Mazda 1945, als die Atombombe das ganze Werk der Firma in Hiroschima zerstörte.

Erst 1960 konnte der Hersteller die Produktion wieder beleben. Der erste Wagen in der Nachkriegszeit ist kaum drei Meter lang, wiegt weniger als 400 Kilo und wird von einem 12 kW/ 16-PS-Leichtmetallmotor angetrieben. Das Modell antwortet auf die Bedürfnisse der Japaner und mit ihm wird Mazda zum Marktführer. Zu dieser Zeit nimmt auch Tsuneji Matsuda, der Sohn des Unternehmensgründer, Kontakt mit deutschen Automobilherstellern auf. Von dem NSU-Ingenieurteam lernt er den neuen Kreiskolbenmotor kennen und führt ihn auch in die Mazda-Produktion ein. Das erste Fahrzeug, der diese technische Innovation bot, war der Mazda Cosmo Sports 110 S, der 1967 auf den Markt kam. Das zweisitzige Coupé bringt es mit dem von dem deutschen Ingenieur Felix Wankel entwickelten Motor auf 81 kW/ 110 PS. Diese Leistung ist mehr als überzeugend und der Konzern verkauft von dem Cosmo Sports bis 1972 mehr als 1.600 Exemplare.

Seit 1967 ist Mazda auch auf dem europäischen Markt präsent. Ab dem Jahr 1972 werden auch in Deutschland Mazda-Modelle vermarktet. Das sind zunächst der Mazda 616 und 618 und der Mazda RX-3, wovon bis 1980 45.000 Fahrzeuge verkauft wurden. Zu den großen Erfolgen der Marke in Deutschland zählen der kompakte Mazda 323, von dem zwischen 1977 und 2003 770.000 Einheiten verkauft wurden, und der Mittelklasse-Wagen 626 mit 640.000 abgesetzten Fahrzeugen.

Zum Ende der 80er Jahre möchte sich der Konzern auch als Ingenieursfirma auf dem Weltmarkt entwickeln. Doch Einkauf und Vertrieb gehören nicht zu den Stärken der Japaner. Unzählige unrealisierbare Motorenkonzepte und Modellvarianten treiben die Kosten in die Höhe, das Unternehmen schreibt rote Zahlen und gerät in eine große Finanzkrise.

Bereits 1979 erwarb der Ford-Konzern 25% der Mazda-Aktien. Als Rettungsmaßnahmen werden weitere Aktienteile an den amerikanischen Hersteller verkauft. Bis 1996 steigt der Ford-Anteil an Mazda auf 33,4 %. Durch das gemeinsame Nutzen von Modellplattformen und der Technologien kann Mazda seine Entwicklungs- und Produktionskosten wieder senken.

In den 90er Jahren kann das Unternehmen wieder große Erfolge erzielen: der Mazda 787B gewinnt 1991 das 24-Stunden Rennen von Le Mans und der im Jahr 1993 auf der Frankfurter IAA vorgestellte Xedos 9 verwandelt sich schnell in absoluten Presse- und Publikumsliebling.

Für die Zukunft plant Mazda große technische Fortschritte. 1996 stellte das Unternehmen ein Programm zur Digitalisierung wesentlicher Fertigungsetappen namens Mazda Digital Innovations vor, das bis zum Ende des Jahrhunderts vollständig realisiert wurde. Momentan arbeiten die Ingenieure des Konzerns an den elektrischen Brennstoffzellen-Fahrzeugen (FCEV) – das sind Autos mit sauberem Wasserstoff-Motor, die besonders umweltschonend sind. Gleichzeitig wird auch der DIRECO-D entwickelt. Es handelt sich um einen Turbo-Dieselmotor mit Direktverbrennung und dem Katalysator STEP 4.

Mazda heute

”Emotion in Motion“ lautet das Motto des japanischen Konzerns und es vereint die zwei zentralen Begriffe der Unternehmensphilosophie von Mazda – Freude und Fortschritt.

Mit Rekorden bei Umsatz und Ertrag endete das letzte Geschäftsjahr der zur Ford-Gruppe gehörenden japanischen Firma. Der Absatz kletterte auf rund 1,1 Millionen Autos. Aber der Erfolg kommt nicht von ungefähr: Mazda ist mit der aktuellen Modellpalette sehr gut aufgestellt und will weiter expandieren. Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen 16 neue Modelle vorgestellt werden.

2006 fand die Wachablösung des erfolgreichen Roadstars MX-5 statt. Das neue Modell des Mazda-Klassikers basiert auf der RX-8 Plattform, ist in allen Dimensionen gewachsen und wirkt mit seinen ausgestellten ”Kotflügeln“ massiver. Interessant ist auch, dass der neue MX-5 zum jetzigen Zeitpunkt auch das einzige Serienfahrzeug mit Wankelmotor ist.

Wie die bekannte Softtop-Version, so gibt es auch den neuen Klappdach-MX-5 entweder mit 126 PS starkem 1,8-Liter-Benziner oder mit einem 160-PS-Zweiliter-Benziner. Die stärkere Motorisierung kann wahlweise mit fünf oder sechs Gängen bestellt werden. In einer Rekordzeit von 12 Sekunden lässt sich die dreiteilige Kunststoff-Haube zusammenklappen. Und wie bei jedem anderen Cabriolet sieht auch dieser am besten offen. Geschlossen sorgt das Dach allerdings nicht nur für einen aufgeräumten und schick gestalteten Fahrgastraum, sondern auch für ein niedriges Geräuschniveau. Zudem ist die Fahrleistung respektabel: Dank seiner 160 PS erreicht der 1,2-Toner (2-Liter-Variante) Tempo 100 in beeindruckenden 8,2 Sekunden und wird maximal 215 km/h schnell.

Der Mazda 5 sorgt für Aufregen im Segment der Kompaktvans. Mit einem fast unschlagbaren Preis von 21.300 € für den Siebensitzer und 19.600€ für den Fünfsitzer verlockt der Japaner. Die in der Praxis häufigste Konfiguration dürfte daher der bequeme Vier-Personen Betrieb sein, wobei die hinteren beiden Sitze umgeklappt sind und der als Notsitz konzipierte Mittelstuhl der zweiten Reihe als praktische Ablagefläche eingesetzt wird. So bietet der Mazda 5 ein großzügiges Raumgefühl und einen mit 426 Litern Volumen ausreichend großen Kofferraum an. Das Gepäckabteil lässt sich durch die weit nach oben öffnende Heckklappe und die niedrige Ladekante leicht bedienen. Das Cockpit bietet typischen, sachlich-sportlichen Mazda-Stil mit Rundinstrumenten und selbsterklärender Bedienung. Die beiden Schiebetüren sind ein weiteres Highlight des Modells, das vor allem in engen Parklücken geschätzt wird. Der 1,8-Liter-Benziner bietet 85 kW und 115 PS.

Tabellarische Übersicht

1920
Gründung der Kork-Fabrik Toyo Cork Kogyo Co. Ltd.
1931
Produktion des ersten 3-rädrigen Lastmotorrads "Go"
1945
Vollständige Zerstörung des Werks in Hiroshima
1960
Neuanfang mit dem Pkw Mazda R360 Coupé
1967
Präsentation des Cosmo Sports 110S, des ersten Mazda mit Kreiskolbenmotor Einstieg in den europäischen Markt
1978
Präsentation des Sportwagens RX-7
1979
Ford übernimmt ein Viertel der Aktienanteile
1991
Sieg eines Mazda 787B beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans