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"Performance through lightweight" lautete das Motto des Lotus-Gründers Colin Chapman. Das ergab sich durch die Jahre als ein Erfolgsprinzip, denn in der langen Racing-Geschichte waren nur wenige Marken so erfolgreich wie der britische Automobilproduzent.
Gegründet wird das Unternehmen im Jahr 1952 von dem aus dem Flugzeugbau kommenden Colin Chapman. Seine ersten Konstruktionen, der Lotus Mark I bis Mark VII, bestehen im Wesentlichen aus einigen verschweißten mit Aluminiumblech verkleideten Rohren. Trotz der primitiven Bauweise sind sie kleine Meisterwerke und spiegeln den Wunsch ihres Schöpfers wieder, mit dem Minimum an Investitionen in den großen Rennsport zu kommen. Bereits mit dem Lotus 6 erzielt Chapman seine ersten großen Renn-Triumphe.
1956 wird das vom berühmten Ingenieur Mark Costin entworfene Modell Lotus Eleven vorgestellt. Dieses wird schnell zum elegantesten und gleichzeitig erfolgreichsten Fahrzeug in der frühen Geschichte des Herstellers. Der Eleven ist eine universelle Konstruktion, die bei verschiedensten Wettbewerben eingesetzt werden kann. Der Wagen etabliert sich gleich als absoluter Favorit bei den größten Rennen der Welt. Vor allem machen die zwei Klassensiege in Le Mans und der 4. Platz in Sebring den Namen "Lotus" zu einem Begriff in der Welt des Motorsports.
Das größte Ziel von Chapman ist es allerdings, an einem Grand Prix-Rennen teilzunehmen. Das bedeutet aber, dass Lotus größer werden und mehr Autos produzieren muss. Als erster Schritt in diese Richtung erscheint 1957 das Modell "Elite". Dabei handelt es sich um ein richtiges Sportcoupé mit kraftvollem Motor und luxuriöser Ausstattung.
Fast unscheinbar neben diesem Zweitürer steht der neue Lotus "Seven," der im gleichen Jahr präsentiert wird. In den Folgejahren entwickelt sich aber gerade dieses Modell zu einem richtigen Verkaufsrenner und rettet beinahe die Firma aus der finanziellen Krise. Der Seven stellt zweifelsohne einen Höhepunkt in der Unternehmensgeschichte dar. Der Kleinsportwagen fällt niedriger als sein Vorgänger aus und macht einen grazileren Eindruck als der Mark Six. Auch das Innendesign besticht durch eine Mischung aus Kreativität und Funktionalität – die Sitze und das Armaturenbrett sind mit rotem Vinyl überzogen, der Tacho, der Öldruckmanometer und das Amperemeter werden im puren sportlichen Look gehalten.
Der Erfolg des Modells ist so groß, dass sich der Hersteller dazu gezwungen sieht, nach nur einem Jahr eine neue Variante auf den Markt zu bringen. So wird 1958 zum Jahr des Super Seven. Es handelt sich um eine Sportversion mit 1100 ccm Coventry Climax-Motor. Die Modellpalette wird vom Sondermodell Seven A ergänzt, der mit einem 950 ccm großen Motor mit Vier-Gang-Getriebe ausgestattet wird. In Kürze verwandelt sich der Seven in das ideale Einsteigermodell für Motorsportbegeisterte mit begrenzten finanziellen Mitteln.
1961 wird auch der Traum von Chapman wahr. Der Fahrer Stirling Moss siegt mit dem Lotus 18 beim Grand Prix in Monte Carlo. Das ist aber längst nicht alles – in der Folge gewinnt Lotus ganze sieben Formel 1-Weltmeisterschaften.
1968 führt der Hersteller das Modell Elan+2 ein und Anfang der 70er beginnt die Produktion des Modells Esprit.
Colin Chapman stirbt 1982 und nur vier Jahre später verliert das Unternehmen seine Selbstständigkeit. Der neue Eigentümer, der amerikanische Konzern General Motors, verkauft die Firma an die ACBN Holdings S. A, die auch die Marke Bugatti produzieren. In der nächsten Phase der Verkaufsodyssee übernimmt der malaysische Konzern Perusahaan Otomobil Nasional Bhd die Mehrheit an Lotus. Unter dieser Form existiert die Marke bis heute.
Momentan besteht die Modellpalette von Lotus aus dem Elise und dem betont sportlichen Coupé-Version Exige.
Das erste, was bei der ersten Begegnung mit dem Exige auffällt, ist dass es sich dabei um keinen richtigen Sportwagen handelt. Vielmehr ist er ein Rennwagen mit Straßenzulassung. Und eins muss man gleich zugeben: Jedes Stück Formel-1-Flair zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Der Exige macht es auch.
Aber nicht nur das Äußere ist ungewöhnlich attraktiv. Der Innenraum wartet mit purem Rennsport-Look auf. Der Sportsitz bietet zwar einen spärlichen Seitenhalt, die Boliden-Fahrer bekommen auch nicht viel mehr. Das Interieur samt der Zusatzausstattung "Touring Pack" bleibt den Gesetzen des Motorsports stets treu: kleines, griffiges Lenkrad, karge oder gar keine Verkleidung, wenige Schalter und laute Fahrgeräusche. Das bereits erwähnte Touring Pack bietet einige Komfort-Extras wie Klimaanlage, elektrische Fensterhebel, Sonnenblenden sowie ein Gepäcknetz für den 1121 Liter großen Kofferraum.
Die Performance des Wagens ist, wie für Lotos üblich, spektakulär. Ein Großteil davon ist der Bereifung ADVAN A048 LTS zuzuschreiben, die speziell von Lotus und Yokohama für den Exige entwickelt wurde. Diese bietet dem Fahrer ein hohes Maß an Rückmeldung über die Lenkung und Traktion, das bei den kaum wahrzunehmenden Geschwindigkeitszahlen zwingend notwendig ist. Bei einem Lotus zahlt man natürlich selten für das Kofferraumvolumen und die Klimaanlage, sondern für den Motor. Und dieser ist hier sein Geld wert. Der 1,8-Vierzylinder leistet stolze 192 PS, was bei dem 875-kg-Leichtgewicht eine kraftvolle Leistung bedeutet. Immerhin sind es nur 4,55 kg je PS. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 240 km/h und der Tachozeiger verdeckt nach nur 5,2 Sekunden die 100-Marke auf dem Zifferblatt. Und das trotz des niedrigen Drehmoments von 181 Nm. Das Fahrgefühl im Exige ist beeindruckend und berauschend zugleich. Insbesondere wenn der Zweisitzer seine Höchstgeschwindigkeit erreicht, dann sorgt er für Kribbeln im Bauch, das man in wenigen Autos erleben darf.