Kfz Daten
Die Geschichte der Offroad-Legende beginnt im Jahr 1940. Der Zweite Weltkrieg ist zu der Zeit in vollem Gange und die amerikanische Armee will sich nun auch auf einen eventuellen Einsatz in Europa vorbereiten. Die Beschaffung von hochmodernen, schnellen und robusten Fahrzeugen stellt sich schnell als größte Priorität der Regierung heraus. So kommt es zu der Ausschreibung von einem Produktionsauftrag für einen solchen Wagen, die an 135 potentielle Hersteller gesandt wird. Die Spezifikationen des Fahrzeuges werden streng vorgeschrieben: Vierradantrieb, Minimumgeschwindigkeit von 5 km/h, Leergewicht von 590 kg, Nutzlast – 272 kg, Radabstand 203 cm. Die größten Zulieferer der amerikanischen Armee und die mächtigsten Automobilkonzerne sehen sich vor einer großen, fast unlösbaren Aufgabe. Vor allem die kurze Entwicklungszeit (die Pläne für die Fahrzeuge sollen innerhalb von 25 Tagen vorgestellt werden) und ein Teil der technischen Angaben, wie zum Beispiel das Leergewicht, werden sich später als unrealistisch herausstellen.
Nur drei Firmen reichen Prototypen innerhalb der angekündigten Frist ein – der "Quad" von Willys Overland, der "Blitz Buggy" von American Bantam Car Co und der "GP" von Ford. Von den drei Modellen ist der Bantam eindeutig der stärkste Kandidat und als sich das Unternehmen dazu bereit erklärt, innerhalb von 75 Tagen 70 Fahrzeuge an die Armee zu liefern, wird der Gewinner der Ausschreibung klar.
Zu dem Zeitpunkt durchlebt die Bantam Company eine schwere finanzielle Krise und steht kurz vor dem Bankrott – nur noch 15 Angestellte werden mit der Produktion einzelner Fahrzeuge beschäftigt. Beim Auftrag von der Regierung geht es deshalb um alles oder nichts. Für das neue Projekt wird einer der bekanntesten Konstrukteure in der Automobilindustrie engagiert – Karl Probst, der fünf Tage lang fast rund um die Uhr arbeitet, um rechtzeitig die Entwürfe für den Wagen abzuliefern.
Bantam Co. beginnt mit der Herstellung des ersten Prototyps BRC-Pilot gleich nach der Unterzeichnung des Vertrags und liefert die ersten Modelle prompt nach 49 Tagen am 23. September 1940 in Camp Holabird ab. Der BRC überzeugt die US-Armee, die nun den Hersteller mit der Produktion einer Vorserie von 1500 Fahrzeugen beauftragt.
Die Entwicklung des Krieges fordert aber schnellere und radikalere Maßnahmen und schließlich werden alle drei Firmen in das Projekt miteinbezogen. Willys erhält einen eigenen Auftrag für die Produktion von 16000 Fahrzeugen und Ford soll den Prototyp von Bantam herstellen. Alle Fahrzeuge sollen allerdings baugleich sein und in Lizenz von Willys gebaut werden. Die Baugleichheit hält sich schließlich in Grenzen, es besteht jedoch eine absolute Austauschbarkeit der Teile.
Bis zum Ende des Krieges bauen die drei Hersteller insgesamt über 600.000 Jeeps, deren Einsatz so erfolgreich ist, dass General George C. Marshall den Jeep "Amerikas größten Beitrag zur modernen Militärführung" nennt.
Mit dem Ausbruch des Koreakriegs, Anfang der 50er, benötigt die US-Armee wieder neue Jeeps. Doch noch davor beginnt einer der Partner im Jeep-Projekt an der zivilen Variante des Allradlers zu arbeiten. So präsentiert Willys-Overland im Juli 1945 der CJ-2A. Gegenüber dem Militärmodell bietet er viele Neuerungen, die die Fahrleistung verbessern sollen.
1950 bekommt Willys-Overland endgültig die Markenrechte für die Produktion des zivilen Jeep. Seitdem wechselt die Marke mehrmals ihren Besitzer, bis sie schließlich im Jahr 1970 von der American Motor Corporation übernommen wird.
Mitte der 70er gerät aber das Unternehmen in eine schwierige finanzielle Lage, die vor allem auf die Ölkrise zurückzuführen ist. Spritschluckende Autos, wie der Jeep, sind nicht mehr gefragt, sodass auch die vielen Verbesserung im Bereich der Ergonomie und Sparsamkeit nicht zu den erwünschten Ergebnissen bringen. 1986 ist das schwer defizitäre Unternehmen zu Ende und wird dann vom Chrysler-Konzern übernommen. Unter dieser Regentschaft werden auch heute die Automobile der Marke Jeep hergestellt.
Das erste Modell, das unter der Chrysler-Führung erscheint, gilt inzwischen als eine Legende – der Jeep Wrangler erlebt seine Premiere im Jahr 1987 und wird sofort zu einer absoluten Sensation. Anfang 1993 erscheint auch der Jeep Grand Cherokee, der die Marke endgültig als der führende Offroad-Spezialist etabliert. Der Allradler avanciert zu einem riesigen Erfolg und wird in vielen Ländern zum Bestseller.
In den letzten Jahren ist die Markt-Lage im größten Pkw-Segment enorm durch die starke Konkurrenz von Europa und Asien erschwert. Die Dominanz des traditionsreichen amerikanischen Herstellers gilt seit langem nicht mehr als sicher. Die Chrysler-Ingenieure arbeiten deshalb ständig an Neuerungen rund um die Jeep-Angebotspalette. Im Modelljahr 2001/2002 erscheint eine neue Variante des Cherokee, der sich einer großen Kundenresonanz erfreut.
Vor zwei Jahren startete der Konzern wieder ein Programm zur Runderneuerung der Modell-Palette. Die wichtigste Neuheit stellt auch hier eine weitere neue Variante des beliebten Cherokee dar, der nun auf der Straße weit bessere Fahreigenschaften und mehr Komfort bietet als sein Vorgänger. Darüber hinaus wird er mit einer Einzelradaufhängung und einem elektronisch gesteuerten Allradantrieb ausgestattet, der auch dann noch Kraft auf den Boden bringen kann, wenn nur noch ein Rad Haftung vorfindet. Den Grand Cherokee gibt es mit einem 4,7-Liter V8-Motor, dem 5,7-Liter-Hemi-V8 sowie mit einem von Mercedes stammenden Dreiliter-V6-Turbodiesel, der noch mehr Drehmoment liefert als der große V8.