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Jaguar
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Geschichte

Seit mehr als 80 Jahren steht der Name des britischen Automobilherstellers Jaguar als Symbol von Eleganz, Stil und Luxus. Die Fahrzeuge mit dem Signet der Raubkatze verkörpern in gleicher Weise Ästhetik wie Dynamik, technische Innovation und sinnliches Design.

Mehr als 50 Jahre war die Geschichte der Automarke vor allem mit dem Namen des Gründers Sir William Lyons verbunden. Der geographische Ursprung der Firma ist die Küstenstadt Blackpool. Dort begegnete 1920 der erst 19-jährige Motorradenthusiast William Lyons dem zehn Jahre älteren William Walmsley, der bereits Seitenwagen für Motorräder in seiner kleinen Werkstatt baute. Aus dieser Begegnung entwickelte sich eine geschäftliche Verbindung, die zur Gründung der Swallow Sidecar Company führte.

Sechs Jahre später, mit dem Umzug zum heutigen Sitz Coventry, begann auch der Aufstieg des Unternehmens zum weltweit anerkannten Hersteller von Luxuslimousinen. Der Sportwagen SS I, der 1931 auf dem Markt erschien, gilt als das erste eigene Produkt der Swallow Sidecar Company und wurde sofort zu einem Erfolg auf dem britischen Markt.

1935 erschien zum ersten Mal der Name ”Jaguar“ auf den Karosserien der neu gebauten Modelle und nur ein Jahr später rollte auch die erste Legende vom Band des Unternehmens – der zweisitzige Sportwagen Jaguar SS 100 mit einer für die damalige Zeit sensationellen Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h.

1945 wurde das Unternehmen in Jaguar Cars Ltd. umbenannt. Noch während des Zweiten Weltkrieges engagierte William Lyons den begabten Motorenkonstrukteur Walter Hassan, der auch eine eigene Versuchsabteilung in dem Unternehmen erhielt. Die zwei Gründer, Lyons und Walmsley, planten seit langem den internationalen Durchbruch ihrer Marke. Zusammen mit Hassan und einem weiteren Konstrukteur Claude Bailey entwickelten sie einen Reihensechszylinder mit zwei oben liegenden Nockenwellen, der anfangs 160 bhp leisten sollte. Das neue Wunder erhielt den Namen XK und wurde in einen Sportwagen eingebaut. Der neue Jaguar XK120 erlebte seine Premiere 1948 auf der London Motor Show. Das Automobil stahl allen anderen Ausstellern die Show und wurde zu einer Legende der Automobilgeschichte. Der XK-Doppelnockenwellen-Motor blieb bis 1987 das wichtigste Jaguar Triebwerk.

Schnell entwickelte sich Jaguar zu einem der größten Exporteure der britischen Industrie, ganz besonders auf dem nordamerikanischen Markt. In den USA wurde Jaguar zum ”car of the stars.“ Viele der größten Hollywoodstars konnten in einem Jaguar getroffen werden: Tony Curtis, Clark Gable und Frank Sinatra avancierten zu begeisterten Jaguar-Fahrern.

1961 eroberte Jaguar endgültig die Weltspitze mit dem E-Type, der auf dem Genfer Salon präsentiert wurde. Der E-Type beeindruckte sogar den letzten Skeptiker und wurde schnell zu einem Publikums- und Presseliebling. Seine Position als Ikone des Automobilbaus dokumentierte 1996 auch ”The Museum of Modern Art“ in New York, das den E-Type in Cabrioausführung in seine Dauerausstellung aufnahm.

Gezwungen von dem harten Wettbewerb auf dem europäischen Automobilmarkt erwarb William Lyons Anfang der 1960er die Daimler Motor Company. Daimler galt zu der Zeit als die offizielle Hausmarke der britischen Monarchie. Auf der Suche nach zusätzlichen Betriebsarealen fusionierte Jaguar 1966 mit British Motor Corporation und 1968 mit Leyland zu British Leyland Motor Corporation.

Mitte der 1970er geriet die Korporation auf Grund von Streiks, Managementfehlern und Qualitätsproblemen in finanzielle Krise, die durch das Fiasko des neuen Modells XJ-S weiter verschärft wurde.

1980 übernahm John Egan die Führung von Jaguar. Unter seiner Leitung entstanden zunächst neue 6-Zylinder-Motoren. Die neue Motorengeneration AJ6 mit 3,6-Litern Hubraum, moderner Vierventiltechnik und anfänglich 184 PS wurde 1983 mit dem Debüt der neu gestalteten Coupe- und Convertible-Versionen des XJ-S präsentiert. Die neue Modellreihe konnte endlich die in den 70ern eingebüßte Reputation von Jaguar wiederherstellen.

Nach langen Jahren der Selbstständigkeit und Firmenfusionen wurde die ”Jaguar Cars Ltd.“ 1989 Teil des Ford-Konzerns, in dem sie bis heute in Europa gemeinsam mit den drei anderen Premium-Marken Aston Martin, Land Rover und Volvo die ”Premier Automotive Group“ bildet.

Einen großen Schritt in seiner Unternehmensgeschichte tat Jaguar 2001 mit der Entwicklung des X-Types. Abermals ein neues Segment betretend, spricht man mit dem allrad-getriebenen X-Type eine vollkommen neue Kundengruppe an. Das Modell wird von einem 6-Zylinder Motor getrieben. Dem Unternehmen gelang es damit zum ersten Mal in seiner 80-jährigen Firmengeschichte weltweit mehr als 100.000 Fahrzeuge einer Ausführung zu verkaufen. Nur zwei Jahre später erweiterte der Hersteller seine Modellpalette auf Diesel-Motoren. Diese wurden zunächst auf dem X-Type eingebaut und seit Frühsommer 2004 nun auch auf dem S-Type mit dem hochmodernen V6 Commonrail Twinturbo Dieselmotor mit einem Motorblock aus Vernikulargraphit.

Jaguar aktuell

Jaguar ist in Deutschland durch seine Tochtergesellschaft Jaguar Deutschland GmbH seit 1983 vertreten. Der Sitz des Unternehmens ist in Schwalbach im Taunus bei Frankfurt am Main. Die Jaguar Produktpalette hierzulande besteht aus den vier Baureihen XJ, XK, S-TYPE und X-TYPE, der als Limousine und mit dem Estate auch als Kombiversion auf dem Markt erhältlich ist. Der Bestseller der Marke ist eindeutig der Daimler Super Eight, der im Herbst 2005 sein Comeback auf dem deutschen Markt feierte. In der Zukunft will das Unternehmen noch luxuriösere Autos herstellen. Dabei soll die Anzahl der hergestellten Automobile von 200.000 auf 120.000 gebauten Autos pro Jahr zusammenschrumpfen. Stilvoller Luxus und ein kultiviertes Fahrerlebnis zeichnen aber auch die bisherigen Modelle von Jaguar aus.

Begeisterte Fahrer sagen, dass wer ein Mal den neuen XKR gefahren ist, wird sich nur sehr schwer für andere Modelle begeistern können. Der Motor des neuen XKR bietet 306 kW/ 416 PS, was den Jaguar fast konkurrenzlos macht. Die 560 Nm maximales Drehmoment stehen bei 4000 Touren zur Verfügung und bringen die Transferleistung der Hinterachse an ihre Grenzen. Null auf 100 Kilometer pro Stunde in nur 5,2 Sekunden sorgen für ein unvergleichbares Fahrerlebnis. Der elegante Lord verbraucht dabei 12,3 Liter pro 100 Kilomter. Das Coupe ist mit neuem Lichtschalter am Lenkstockhebel und neuen Ledersitzen bereichert und die Automatik aus dem Hause ZF bekam ebenfalls ein neues sportliches Fein-Tuning.

Schönheit und Jaguar gehörten schon immer zusammen. Sogar bei dem jüngsten Klassiker des britischen Herstellers – dem S-Type - ist die Liebe zum Detail offensichtlich. Beim Drehen des Zündschlüssels erwartet man das Geräusch der acht bullig grollenden Zylindertöpfe, stattdessen gibt es nur ein sanftes Säuseln. Das 2,7-Liter-Dieselaggregat wurde in Kooperation mit dem französischen Unternehmen PSA entwickelt. Der Motor bietet 152 kW/ 207 PS und 435 Nm, aber es ist nicht nur die Leistung, die bei dem starken Jaguar beeindruckt. Die Kraftentfaltung beim S-Type läuft so lässig ab, wie man es nur bei einem Jaguar gewohnt ist; der Motor arbeitet immer leise, sogar auf Tempo 200. Die Fahrleistungen bieten dabei über 230 km/h Höchstgeschwindigkeit und eine Beschleunigung von 0 auf 100 in genau neun Sekunden. Der S-Type läuft souverän und schafft ein Gefühl der absoluten Sicherheit und Zuverlässigkeit auf der Straße. Dabei schluckt er Bodenunebenheiten ohne jegliche Probleme. Besonders markant sind die gut konfigurierten Sitze und die bequeme Position zum Lenkrad. Für mehr Komfort lassen sich sogar die Pedale nach Wunsch elektrisch justieren.

Tabellarische Übersicht

1920
Gründung der Swallow Sidecar Company
1931
Präsentation des Sportwagen SS I
1935
Der Name Jaguar erscheint erstmals auf den Karosserien des Herstellers.
1936
Präsentation des Jaguar SS 100
1945
Namensänderung der Firma in Jaguar Cars. Ltd.
1960
Kauf der Daimler Motor Company
Kauf der Brithish Small Arms Company (Hersteller der BSA-, Triumph- und Ariel- Motorräder)
1961
Präsentation des Jaguar E-Type
1966
Fusion mit der British Motor Company zur British Motor Holdings
1968
Fusion mit Leyland zur British Leyland Motor Company
1983
Präsentation der neuen AJ6 Motorengeneration mit dem neuen XJS
1984
Trennung von British Leyland
1988
Gründung von Jaguar Sport
1989
Jaguar wird von der Ford Motor Company gekauft
1998
Ford gliedert Jaguar zusammen mit Aston Martin und Lincoln in die Premier Automotive Group ein.
2001
Mit dem Jaguar Racing Team steigt Ford in die Formel-1 ein (bis 2004)
2005
Verkauf des seit 1952 genutzten Stammwerks Browns Lane in Allesley bei Coventry