Kfz Daten
FIAT gehört heutzutage zweifelsohne zu den bedeutendsten Automobilherstellern Europas. Der Konzern blickt auf eine 108-Jahre lange Geschichte und ist somit eines der ältesten Unternehmen weltweit. Am 1. Juli 1899 wurde im Palazzo Brischero in der Nähe von Turin die Gründungsurkunde der "Societa Anonima Fabricca Automobili Torino" unterzeichnet. Für ein Aktienkapital von 800.000 Lire unterzeichneten damals dreißig Aktionäre. Dazu gehörte auch Giovanni Agnelli, der Großvater des bisherigen Präsidenten des Konzerns Gianni Agnelli. Signor Agnelli hebt sich sofort durch seine einzigartige unternehmerische Energie hervor und wird schnell zum inoffiziellen Leiter des Vorstandsrates.
Im Jahr 1900 verlässt das erste Automobil die Fabriken von FIAT in Corso Dante – das ist das Modell 3 ¹/² HP, von dem in dem ersten Jahr dreißig Stück produziert werden. Das Auto hat wahlweise zwei oder drei gegenüberliegend angeordnete Sitze, besitzt aber keinen Rückwertsgang.
1920 wird Senator Giovanni Agnelli zum Präsident von FIAT gewählt. Im selben Jahr kann sich der neue Firmenchef bei einer Reise in Amerika überzeugen, dass die Serienproduktion der einzige mögliche Weg ist, um die hohen Produktionskosten zu senken. Dieser Überzeugung zufolge wird im Jahr 1922 die neue Fabrik von FIAT in Lingotto eingeweiht. Das Werk mit insgesamt 153.000 m² hat fünf Etagen, die mit einer futuristischen Teststrecke auf dem Dach abschließen. Die Serienproduktion ermöglicht ein schnelles Kapitalwachstum, so dass nur drei Jahre später das Werk auf 350.000 m² erweitert wird.
Im selben Jahr, im Rahmen des Automobilsalons in Mailand, wird der erste Kleinwagen von FIAT vorgestellt – der Fiat 509. Er kostet zwischen 16.000 und 25.000 Lire und ist in drei Versionen erhältlich - ”Sportive“, ”Taxi“ und ”Commerciale“. Das Modell wird schnell zu einem Erfolg und überzeugt mit Komfort und technischer Perfektion. Im 1936 erscheint eine Legende aus der FIAT-Geschichte – der ”Topolino“ (auf Deutsch: Mäuschen), der zu seiner Zeit das kleinste in Großserie produzierte Automobil ist. In den Jahren zwischen 1936 und 1955 werden davon 510.000 Stück produziert und seitdem erscheint es in unterschiedlichen Variationen, wie z.B. in 1968 als FIAT 500 Lusso oder 1991 als der berühmte Cinquecento, der schnell zu einem riesigen Erfolg wird.
1946 übernimmt Vittorio Valetta die Unternehmensführung, nachdem er alle Etappen der Unternehmenshierarchie durchschritten hat. Mit seiner Amtszeit wird die Produktion vieler Erfolgsmodelle verbunden, wie etwa der FIAT Campagnola, der FIAT 1400 und der FIAT 600, der mit insgesamt 4.034.000 verkauften Autos weltweit zu einer absoluten Sensation wird.
1966 kehrte die Familie Agnelli in die Unternehmensführung zurück – Giovanni Agnelli wurde zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Im gleichen Jahr wird auch das Modell Dino Spider auf dem Mailänder Automobilsalon vorgestellt, das eine ganz innovative Technologie-Linie für FIAT darstellt. Der Motor des neuen Modells lehnt sich am Triebwerk des gleichnamigen Ferraris an und beheimatet ein neuartiges Konzept mit vier oben liegenden Nockenwellen und selbsttätigem Sperrausgleichgetriebe.
Im Jahr 1968 erreichen die FIAT-Automobile eine astronomische Verkaufsquote von rund 1,5 Millionen Fahrzeugen, von denen 542.000 in den Export gingen. Mittlerweile ist der Konzern aber nicht nur im Automobilgeschäft vertreten, sondern auch im Versicherungs- und Bankladengeschäft. FIAT ist darüber hinaus auch in der Flugzeug- und Flugmotorenbranche und im Bau von riesigen Staukraftwerken für Stauseen präsent.
Ab Mitte der 1970er begann für FIAT allerdings den Abstieg. Die Modelle FIAT 132, 131 Mirafiori und FIAT Ritmo verkauften sich schlecht und führten wegen den hohen Produktionskosten das Unternehmen in die Verlustzone. Die Modelle Tipo, Tempra und Croma, sowie die Nachfolger Bravo/Brava und Marea konnten nie an frühere Erfolge anschließen. Und der FIAT Multipla, der Cinquecento, der Seicento Doplo und der Palio blieben nur Außenseiter-Modelle auf dem europäischen Automobilmarkt.
Der Marktanteil in Europa sank in den 1990ern kontinuierlich und erreichte zu Beginn des neuen Jahrhunderts kritische Werte. Finanzanalysten geben gern die Schuld für die Krise dem Präsidenten Giovanni Agnelli, der das Unternehmen durch verfehlte Management-Politik schwer beschädigt haben sollte
Sogar der letzte Sohn der Agnelli-Dynstie schafft es nicht, FIAT aus dem Krisenkurs zu retten. Er unternimmt umfassende Sanierungsprogramme, die die Familie mit 750 Mio. Euro aus Privatmitteln unterstützt. Gerade als die Sanierungsmaßnahmen zu greifen begannen und FIAT das neue viel versprechende Modell ”IDEA“ auf den Markt brachte, verstarb der ehrgeizige letzte Sohn der Familie Agnelli, Umberto, dessen Tod Anleger und Arbeiter in Unsicherheit brachte.
2005 könnte der Konzern allerdings zum ersten Mal wieder Erfolge erzielen – das Modell Grande Punto war das meist verkaufte Automobil in Europa für das Schlussquartal 2005 und der Fiat Sedici erhielt noch innerhalb der ersten 10 Tagen 7000 Vorbestellungen, was selbst den FIAT Vorstand sprachlos ließ.
Ende Januar 2007 erlebte das neue Firmenlogo von FIAT seine Premiere mit der Vorstellung des neuen Volumenmodells Bravo. Es wurde von der Agentur Robilant Associati in Zusammenarbeit mit dem Centro Stile FIAT entworfen. Das neue Logo ist ein stilisiertes Zeichen langjähriger Tradition und neuen Erfolgskurses: Auf rubinrotem Hintergrund stehen die mittig ausgerichteten, in die Länge gezogenen Buchstaben FIAT. Umrahmt wird das Logo von einer runden, verchromten, dreidimensionalen Einfassung, die den Eindruck von Technologie, italienischem Design, Dynamik und ausgeprägter Individualität vermitteln soll. Das neue Logo wird auch als Zeichen des neuen Aufschwungs vorgestellt. Es interpretiert auf moderne Weise ein Retro-Element, in dem sich das heutige Unternehmen widerspiegelt.
Ruhige Zeiten? Die sind bei FIAT längst Vergangenheit – die alten Modelle Stilo und Panda verkaufen sich sehr gut und die neuen Modelle Croma und Punto, die 2006 vorgestellt wurden, enttäuschten auch nicht die Erwartungen der Unternehmensführung. Eine revolutionäre Linie der technologischen Innovation und geschmackvollen Designs stellen die neuen FIAT-Automobile dar. Der neue FIAT Sedici zum Beispiel vereint das Fahrvergnügen und Handling eines Kompaktwagens mit der Geländetauglichkeit eines SUV (Sport Utility Vehicle). Der Fiat Sedici ist das Produkt eines Joint Venture mit Suzuki, wurde vom Fiat Centro Stile in Zusammenarbeit mit dem prominenten Auto-Designer Giugiaro entworfen. Das Automobil erweckt Aufmerksamkeit – seine markante Front ist wie ein Bug ausgeformt und wird von einem V-förmigen Kühlergrill dominiert. Der Fiat Sedici ist bis ins kleinste Detail durchgestylt und wartet mit großzügigen Platzverhältnissen, hoher Funktionalität, hochwertiger Verarbeitung und erstklassigen Materialien auf.
Elegant und sportiv, dazu markant und innovativ – das ist auch der neu gestylte Klassiker Fiat Punto. Außen wie innen überzeugt er mit unaufdringlicher Eleganz. Der Innenraum ist hell, funktionell und komfortabel. Dazu bietet das neue Modell alle modernen Brems- und Antriebskontrollen, die nun Bestandteile des neuen Punto-Sicherheitskonzepts sind – von ABS mit EBD über ASR plus MSR bis hin zu Bremsassistenten. Die elektronisch geregelte Fahrdynamik-Kontrolle ESP gibt es optional für alle Versionen. Eine Besonderheit ist der Hill Holder, der das Anfahren am Berg erleichtert. Der Vierzylinder-Vierventil-Reihenmotor leistet bei dem 1,9-Multijet-Diesel-Modell dank Mehrfacheinspritzung 74 KW (100 PS); das maximale Drehmoment von 260 Nm wird bei 1.750 U/min erreicht.
Die Konzernstruktur erstreckt sich heutzutage weit über die Produktion von Automobilen der eigenen Marke hinaus. Zu dem Unternehmen gehören einige der wichtigsten Autohersteller Europas wie z.B. Alfa Romeo, Bugatti, Ferrari, Lancia, Maseratti, sowie seit 1980 der LKW-Hersteller IVECO. Somit gehört FIAT zu den größten Fahrzeugherstellern mit einem beachtlichen Marktanteil nicht nur in Europa, sondern auch in den USA und Asien.