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Dacia
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Geschichte

Eine Marke veränderte vor zwei Jahren die europäische Autowelt – der Dacia Logan sorgte noch vor seinem offiziellen Debüt für Ruhm. Die Ursache dafür ist, wie so oft im Leben, das liebe Geld. Für den Preis von 7200 Euro kriegt man nun eine Kompaktlimousine mit üppigem Platzangebot und dem Kofferraumvolumen eines Siebener-BMW. Das geräumige rumänische Auto wurde schnell zu Auslöser einer Welle neu erwachten Preisbewusstseins. Von Volkswagen über Toyota bis Ford – die größten Hersteller überdachten schnell ihre Preislisten - vor allem bei den Kleinwagen. Der Logan wird auch noch unter Renault-Regie entwickelt und von Renault-Motoren angetrieben, was als eine Garantie für den westlichen Käufer dienen sollte.

Die Geschichte der Marke Dacia beginnt Ende der 60er. 1966 veranlasst die rumänische Regierung den Bau einer Automobilfabrik in Colibasi in der Provinz Dakia. Nur zwei Jahre später rollen die ersten Modelle vom Band des Herstellers – der Dacia 1100 und gleich danach der Dacia 1300, die beide in Renault Lizenz gebaut sind.

1975 wird der Vertrag mit Renault beendet. Ganze neun Jahre braucht Dacia, um sein erstes selbstständig entwickeltes Modell zuzulassen. Im Jahr 1984 erscheint ein Dacia Coupé und 1985 – der Dacia Latsun, der in den neuen Werken in Timisoara gebaut wird.

In den Zeiten nach der politischen Wende kann der Hersteller nicht mehr mit der Qualität der westlichen Marken mithalten und die Produktions- und Verkaufszahlen sinken kontinuierlich. In der Krisensituation schafft es die rumänische Regierung, einen starken Partner für Dacia zu finden - Peugeot. Aus dieser Kooperation entsteht 1995 der Dacia Nova, der auf der Basis des Peugeot 309 entwickelt wurde.

1999 erwirbt Renault alle Aktienteile von Dacia. Die ersten Modelle, die unter der neuen Besitzschaft entstehen, sind der Dacia SupeRNova (2000) und der Solenza (2003).

Seit 2004 wird in den Werken in Mioveni und Pitesti ein völlig neues Modell gebaut – der Dacia Logan. Dieses ist eine direkte Renault-Entwicklung und wird ausschließlich von Renault-Motoren angetrieben. Zunächst ist der Logan nur für den osteuropäischen Markt gedacht und mit einem Preis von 5000€ setzt er sich schnell auf der Balkanhalbinsel durch.

Mitte September 2004 kündigt der Renault-Konzern an, dass der Logan ab Juni 2005 auch in Westeuropa vermarktet werden soll. Für seine westliche Premiere wird er zusätzlich mit einem ABS-System und Airbags ausgerüstet. Auch auf dieser Bühne etabliert sich das Modell schnell vor allem wegen seines Preises.

2006 erscheint auch das zweite Modell der Logan Familie – der Logan MCV. Dieser ist ein 4,25 Meter langer Fünfsitzer mit einem Radstand von 2,63 Meter, der auch noch die Euro-4-Norm erfüllt. Somit ist die rumänische Marke heute völlig konkurrenzfähig gegenüber ihren westlichen Kollegen.

Dacia aktuell

Bei dem spektakulären Erfolg des Logans will Renault natürlich in Zukunft die Prouktpalette erweitern. Seit Ende 2006 steht noch breiteres Billigangebot aus Rumänien bereit – der Logan als Kombi und mit Diesel-Aggregat. Weitere Logan-Derivate sind auch fest eingeplant: Break- und Kastenwagen a la Kangoo für das Modelljahr 2007.

Der Logan wurde ursprünglich mit zwei aus dem Renault Clio bekannten Euro-3-Benziner angeboten: der 1,4-Liter-Motor mit 75 PS und das 1,6-Liter-Triebwerk mit 87 PS. Seit neuem gibt es aber nun auch den 1,5-Liter-Dieselmotor mit 50 kW/68 PS, das maximale Drehmoment von 160 Nm liegt bei 1700 U/min. Eine echte Leistungsshow bietet der Dacia-Diesel nicht. Bis zu Tempo 100 arbeitet er sich in 15 Sekunden recht gelassen hin. Bei Spitze 158 km/h ist auch noch Schluss mit der Beschleunigung.

Recht spartanisch wirkt der Innenraum. Keine elektrischen Fensterheber, kein Radio und, wohin das Auge reicht, Materialien aus Kunststoff. Das Cockpit ist akzeptabel bis praktisch und die Renault-Designer haben bei ihm anscheinend Akzent auf Klarheit und Einfachheit gesetzt. Es wartet mit zwei Rundinstrumenten für Drehzahl und Geschwindigkeit sowie einem Block mit Kontrolleuchten und einem digitalen Display für die gefahrene Strecke und die Tankanzeige auf.

Im Fahrbetrieb gibt es allerdings nicht zu beanstanden. Der Motor ist nicht laut, es gibt keine störenden Windgeräusche, die Innenausstattung knarzt und knattert nicht, und selbst in rasant gefahrenen Landstraßenkurven bleibt die Limousine sicher auf der Straße. Bei seinem Durchschnittsverbrauch ist der Logan unschlagbar. 4,7 Liter pro 100 km gibt Dacia an und in der Praxis ist dies auch durchaus realisierbar.

Ein eindeutiger Schwachpunkt ist jedoch die Sicherheitsausstattung, bei der der Mutter-Konzern bereits viel Kritik einstecken musste. Es gibt nur Fahrer-/ Beifahrerairbags und ABS-System. Sogar gegen Aufpreis bekommt man nicht mehr geboten. Auf der Habenseite stehen dagegen drei Jahre oder 100.000 km Hersteller-Garantie.

Tabellarische Übersicht

1966
Bau der Automobilfabrik in Colibasi, Rumänien
1968
Baubeginn des Dacia 1100
1969
Baubeginn des Dacia 1300
1973
Baubeginn des Dacia 1300 Break
1975
Baubeginn des Dacia Pick Up
1986
Baubeginn des Dacia 500 Lastun
1995
Baubeginn des Dacia Nova
1998
Der zweimillionste Dacia rollt vom Band
1999
Übernahme durch Renault
2000
Baubeginn des Dacia SuperNova
2003
Baubeginn des Dacia Solenza
2004
Baubeginn des Dacia Logan