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Eine der führenden amerikanischen Automobilmarken war nur zeitweise auf dem alten Kontinent vertreten und das ohne nennenswerte Erfolge. In den 90ern zog sich die Marke vollständig aus dem europäischen Markt zurück. Seit 2005 belebt allerdings General Motors neue Versuche, den Hersteller mit einer überarbeiteten Modellpalette durchzusetzen. Es wurde mit dem Cadillac BLS sogar ein Modell entwickelt, das nur in Europa vermarktet wird.
Im August 1902 gründet Henry Leland die Firma Cadillac aus den Restbeständen der Detroit Automobile Company. Auf eine Verbindung des neuen Unternehmens mit seinem Namen verzichtet er bewusst, da er sich hinsichtlich des Erfolges selbst nicht so ganz sicher ist. Die erste Bestellung, die Leland bekommt, ist von der Firma Oldtimer, die einen leistungsstarken Motor braucht. Lelands Werk ist 10,25 PS stark und technisch perfekt ausgeführt, für den Auftraggeber allerdings viel zu stark.
Trotz des Misserfolges gibt Leland nicht auf und baut mit diesem Motor noch im selben Jahr sein erstes Auto – den Cadillac A. Nur drei Jahre später erscheint auch das Leistungswunder, das Modell D, das die für die damaligen Zeiten sensationellen 30 PS bietet.
Den Nimbus als selbstständiges Unternehmen verliert Leland bereits 1909, als General Motors das Unternehmen übernimmt. Die Arbeit von Leland innerhalb des Konzerns rettet zum Teil nicht nur die Marke Cadillac, sondern auch alle anderen Hersteller in der Union. Sein Perfektionismus kommt den Fahrzeugen zu Gute, immer wieder setzt er neue Maßstäbe bei den Ausstattungskriterien eines Automobils.
Cadillac etabliert sich schnell auf dem amerikanischen Markt als einer der innovativsten Hersteller Amerikas. Vor allem der Erfindungsreichtum verhilft dem Hersteller zu einem großen Erfolg in den Anfangsjahren. Die erste serienmäßige geschlossene Karosserie, der erste elektrische Anlasser, elektrisches Licht und im Jahr 1915 der erste wassergekühlte V8 Motor erscheinen alle zum ersten Mal in Cadillac-Fahrzeugen. 1930 wird mit dem Modell 452 auch der erste 16-Zylinder-Motor auf den Markt eingeführt, der auch bis heute als Markenzeichen des Herstellers gilt. Damit setzt sich Cadillac vom Wettbewerb in der Oberklasse zu dieser Zeit deutlich ab.
Nach dem Krieg wird die Marke vor allem mit dem Namen des Chefdesigners Harly Earl assoziiert. Earl ist der Erfinder der Heckflosse am Auto, die bis in die 60ern das optisch markanteste Emblem bleibt.
Spätestens mit dem Modell Eldorado, das 1953 auf den Markt eingeführt wird, etabliert sich Cadillac als der bekannteste Hersteller von Luxus-Limousinen in den USA. Der Eldorado bietet eine ganze Reihe von Komfort-Extras, wie die elektrischen Fensterheber, Radio mit automatischem Suchlauf, elektrisch verstellbare Vordersitzen, die sogar heute noch nicht bei allen Autos serienmäßig sind. Das Auto ist vor allem an verwöhnte zahlungskräftige Amerikaner gerichtet und gerade die Stars des Show-Business avancieren zu begeisterten Cadillac-Fahrern.
Komfort, Luxus und technische Innovation werden zu Synonymen des Namens Cadillac. Bereits 1974 führt der Hersteller ein Luftkissenrückhaltesystem ein, das heute als Airbag bekannt ist.
Die Perfektion der Modelle ist das ständige Ziel des Unternehmens und dafür spart Cadillac keine Kosten, wie zum Beispiel bei dem 1987 vorgestellten Modell Allante. Ihm lässt die Firma die Karosserie bei Pininfarina in Italien vormontieren und verfrachtet die halbfertigen Autos mit Frachtflugzeugen zur Endmontage nach Detroit.
Durch ständige Perfektionierung setzt Cadillac auch beim Seville einen völlig neuen Wartungsmaßstab – eine Motorinspektion steht bei dem Modell erst bei 100.000 Meilen an. Eine weitere Besonderheit des Modells ist der Frontantrieb, der bei Limousinen der Oberklasse eher untypisch ist.