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Aston Martin
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Geschichte

Die Geschichte des Unternehmens Aston Martin beginnt 1914 mit den Namen Lionel Martin und Robert Bamford. Im Westen Londons betreiben sie unter dem Namen Bamford & Martin Ltd. einen kleinen Handel mit Fahrzeugen der Firma Singer in der Callow Street. Beide sind vom Rennsport begeistert und nehmen öfters an Rennen teil. Der Erfolg bleibt aber aus und sie beschließen, bessere und renntauglichere Fahrzeuge zu konstruieren. Nachdem Lionel Martin mit nur mäßigem Erfolg am Bergrennen von Aston Hill teilnimmt, ist zumindest schon einmal ein Name gefunden: Aston Martin.

In ihrem neuen Domizil in West Kensington bauen Bamford und Martin ihren ersten Prototypen, den "Coal Scuttle" (Kohlenkasten). Kurz danach verlässt Bamford das Unternehmen. Seinen Platz nimmt der amerikanische Millionärssohn Graf Louis Vorow ein. Vorow ist ebenfalls leidenschaftlicher Rennfahrer und mit seinem Vermögen sichert er sofort die finanzielle Stabilität des Unternehmens ab. Zudem beschert er Aston Martin den ersten größeren Erfolg, als er 1922 im Oval von Brooklands mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 122 km/h gleich mehrere Weltrekorde bricht. Die Rennleidenschaft wird Vorow jedoch zum Verhängnis. 1924 verunglückt er auf der Rennstrecke von Monza tödlich. Das Unglück bringt das junge Unternehmen in eine finanzielle Notlage. Trotz mehrerer Finanzspritzen von verschiedenen Geldgebern sieht sich Lionel Martin gezwungen, 1925 Konkurs anzumelden und verlässt die Firma für immer.

Das Regiment bei Aston Martin übernimmt nach der großen Firmenpleite Lord Charnwood, der bereits zuvor das Unternehmen mehrmals finanziell unterstützt hatte. Gemeinsam mit Domenico Augustus Cesare Bertelli und William Somerville Renwick beginnt er am neuen Standort in Feltenham, Middlesex, neue Modelle zu bauen. Ab 1927 entstehen die Aston Martins "International", "Le Mans", "Mark II" und "Ulster", die mit einem von Bertelli und Renwick entwickelten vierzylindrigen 1,5-Liter-Motor ausgestattet sind. Die neuen Modelle sammeln auch gleich die ersten Rennsport-Siege: die 24 Stunden Rennen von Les Mans und Spa sowie die Tourist Trophy und die Mille Miglia.

1932 kauft der Unternehmer Sir Arthur Sutherland Aston Martin Automobile Ltd. und betraut seinen Sohn Gordon mit der Geschäftsführung. Ziel der neuen Unternehmensstrategie ist, das auf den Rennstrecken der Welt erworbene Image Aston Martins in Form von "zivileren" Fahrzeugen auf die Straße zu transportieren. Der Imagetransfer gelingt hervorragend und bereits Mitte Mai 1935 schließt sich eine kleine Fangemeinde im Grafton Hotel in London zum ersten offiziellen Automobil-Fanclub der Welt zusammen: Der Aston Martin Owners Club, der heute weltweit über 5.000 Mitglieder zählt.

Nachdem sich Aston Martin in den 20er und 30er Jahren einen Namen gemacht hatte, zieht sich das Unternehmen in den Folgejahren immer weiter aus dem Rennsport zurück. Gegen Ende der 40er versucht Aston Martin ein zukunftsweisendes Fahrzeug mit modernem Stromliniendesign auf die Straße zu bringen. Der "Atom" erscheint 1939 als Prototyp, erreicht aber aufgrund der knapp bemessenen Entwicklungszeit nie die endgültige Serienreife. Bis zum Ende des 2. Weltkrieges wird der Wagen nicht mehr weiterentwickelt, aber auch danach kommen die Arbeiten am Atom nicht mehr richtig in Schwung. Die finanzielle Situation bei Aston Martin bleibt angespannt.

Eine neue Ära für Aston Martin beginnt im Februar 1947, als der britische Unternehmer David Brown den Fahrzeughersteller aufkauft. Im Rahmen des Aston-Deals übernimmt Brown zudem noch die Firma Lagonda, die bereits Sechszylinder-Motoren herstellt. Gleich im darauffolgenden Jahr beginnt die Produktion des neuen Modells "2-Litre-Sports" als Drophead Coupé, welches inoffiziell auch DB 1 (nach David Brown) genannt wird. Zudem nimmt Aston Martin auch den Rennsport wieder auf und glänzt mit einigen spektakulären Siegen. Schon 1950 wird das Nachfolgemodell DB 2 angekündigt. Für den Nachfolger bedarf es keiner großen Entwicklungszeit, denn die wesentlichen Komponenten, das Fahrwerk des Atoms und der 2,6-Liter-Sechszylinder von Lagonda, sind bereits vorhanden. Mit seinen 105 PS holt der Wagen bereits zwei Monate nach Veröffentlichung den Sieg in der Klasse bis 3 Liter in Le Mans und den fünften Platz in der Gesamtwertung.

1951 entwickelt der ehemalige Porsche-Konstrukteur Eberan von Eberhorst den DB 3, der auch die porsche-typischen Konstrukteursmerkmale wie Doppelrohr-Leiterrahmen, Torsionsabfederung und Längslenkervorderachse aufweist. Erfolge im Rennsport bleiben aber mit diesem Modell aus. In den Folgejahren zieht Aston Martin in den neuen Firmensitz in Newport Pagnell um. Ein neues Modell wird erst auf der London Motor Show 1958 vorgestellt. Der DB 4 überzeugt die anwesende Fachpresse mit seinem leistungsstarken Sechszylinder-Aluminiummotor mit 3,7 Litern Hubraum und seinem eleganten Design.

Im Rennsport ist mittlerweile die Konkurrenz stark angewachsen. Gegen Ferrari, Maserati, Jaguar und Mercedes-Benz, kann Aston Martin auf den Rennstrecken bis 1957 kaum bestehen. Zwischen 1957 und 1959 holt die britische Marke jedoch wieder einige wichtige Siege, darunter die Markenweltmeisterschaft 1959.

1963 verlagert der Hersteller seinen Schwerpunkt wieder auf die Serienproduktion. Mit dem legendären DB 5, ausgestattet mit einem Vierlitermotor und optionalem Dreistufen-Automatikgetriebe, steigt die britische Marke endgültig in die Riege der exklusiven Sportwagen-Hersteller auf. Die Produktion wird verdoppelt und die DB5-Serie findet einen überdurchschnittlichen Absatz. Den größten Beitrag zum Ruhm der Marke leistet aber ein berühmter britischer Geheimagent: In den James-Bond-Filmen "Goldfinger" (1964) und "Thunderball" (1965) fährt 007 als Dienstwagen einen mit allerlei technischen Spielereien ausgestatteten DB.

1965 erscheint der Nachfolger DB 6, der auch unter der Bezeichnung "Volante" als Cabrio produziert wird. Die Besonderheit am Cabriolet ist das zum ersten mal in einem europäischen Serienfahrzeug eingebaute elektrisch betätigte Verdeck. Der DB 6 bleibt in seiner weiterentwickelten Form MKII bis 1970 im Handel.

Ab 1971 brechen abermals finanziell schwierige Zeiten für das britische Unternehmen an. Seit dem Einstieg von David Brown war das zweite Standbein der Firma das Geschäft mit Landmaschinen gewesen und die Gewinne in diesem Segment beginnen nun immer weiter einzubrechen. Trotz 2,3 Millionen Pfund Umsatz verursacht die Aston Martin Lagonda Ltd. einen Verlust von 1,2 Millionen jährlich. Als das Unternehmen endgültig rote Zahlen zu schreiben anfängt, entscheidet sich David Brown 1972 zum Verkauf und beendet damit die glanzvolle Epoche von Aston Martin.

Brown bleibt vorerst im Vorstand von Aston Martin, aber das Kürzel DB findet als Typenbezeichnung keine Verwendung mehr. 1972 erscheinen modifizierte Versionen der bestehenden Baureihen V8 und Vantage, aber auch den neuen Firmenbesitzern, einem Konsortium Birminghamer Geschäftsleute, ist nur wenig Glück beschert. Ende 1974 muss schließlich ein Konkursverwalter eingesetzt werden und 175 Arbeitsplätze sind bedroht. Die Firma wird im letzten Moment gerettet. Peter Sprague, ein US-amerikanischer Unternehmenssanierer, und Peter Minden, ein kanadischer Restaurantbesitzer und Rolls-Royce-Händler, übernehmen die Führung und schaffen es, die Geschäfte langsam wiederzubeleben. Die 70er und die beginnenden 80er Jahre stellen aber ein schwieriges Umfeld für die Hersteller von Sportwagen dar. Die 1976 vorgestellte Luxuslimousine "Lagonda" von Aston Martin erreicht nicht die erwarteten Verkaufszahlen. Sprague und Minden verlassen daraufhin das Unternehmen und geben die Führung an ihre Teilhaber Victor Gauntlett und Tim Hearly ab. Die Besitzer wechseln bis 1985 noch mehrmals, schaden aber der technischen Entwicklung der Marke beträchtlich. Bis Mitte der 80er hat Aston Martin lediglich den V8 in seinen Varianten Saloon, Volante und Vantage im Programm.

Im Jahr 1986 beginnt der enge Kontakt zum US-amerikanischen Hersteller Ford, der die britische Marke 1991 endgültig übernimmt. Neben einem nochmalig überarbeiteten V8 bringt Aston Martin in den Folgejahren nur einige Sondermodelle des Cabriolets V8 Volante auf den Markt.

Ab 1989 brechen wieder bessere Zeiten für Aston Martin an. Ursache dafür ist das neue Modell Virage, ausgestattet mit einer neuen Karosseriestruktur und einem überarbeiteten V8-Motor. Ab 1992 bzw. 1993 wird das Modell auch in den Varianten Volante und Vantage gefertigt. Anlässlich seines 89. Geburtstages besucht David Brown am 10. Mai 1993 noch ein letztes Mal das Werksgelände in Newport Pagnell. Er stirbt wenige Monate später. Von ihm stammt jedoch der Vorschlag, dem neuesten Modell wieder die Bezeichnung DB zu geben. Die Grundzüge des DB7 sind eigentlich für die Ford-Tochter Jaguar entworfen worden. Da man aber den Verkaufspreis für Jaguar nicht angemessen hält, kommt man auf die Idee, das Modell unter der Marke Aston Martin zu veröffentlichen. Zudem hält es Ford für wichtiger, bei Aston Martin eine zweite Baureihe zu starten, als den XJ-S bei Jaguar zu ersetzen.

Mit einer Anzahl von über 6.000 gebauten Fahrzeugen wird der DB 7 zur erfolgreichsten Modellserie von Aston Martin. Sie erhält 1996 noch einmal ein Facelift und wird wieder in V8 umbenannt. Die Baureihe endet erst 2000 mit der rund 600 PS starken Vantage Le-Mans-Edition. Und auch James Bond wird wieder zum Aston-Fahrer. Im Film "Die Another Day" (2002) darf er einen Vanquish fahren - selbstverständlich wieder mit einigen nicht-serienmäßigen Extras.

Nach bereits länger anhaltenden Gerüchten über eine mögliche Trennung von Ford, gab es im März 2007 die Bestätigung. Der ehemalige Formel-1-Teamchef und Ralley-Meister David Richards kaufte unter Mitwirkung anderer Investoren die Marke Aston Martin dem US-Konzern ab. Richards' Unternehmen mit dem Namen "Prodrive" verfügt über eine Team-Zulassung zur Formel 1 für das Jahr 2008. So wäre es möglich, dass Aston Martin nach langjähriger Abwesenheit wieder in das Rennsportgeschäft zurückkehrt.

Aston Martin aktuell:

Mit dem 2005 vorgestellten V8 Vantage versucht Aston Martin im Segment der Sportwagen um 100.000 Euro Fuß zufassen, das immer noch vom Porsche 911 dominiert wird. Und dies könnte dem 380 PS starken Vantage auch gelingen. Den Sprung von 0 auf 100 schafft der V8 in 5,0 Sekunden, die Spitzengeschwindigkeit ist 280 km/h. Seine starke Leistung bezieht der Vantage aus seinem 4,3-Liter-V8-Motor, der mit seinem aggressiven Geräuschpegel jeden anderen Sportwagen zumindest akustisch in den Schatten stellt. Ein maximales Drehmoment von 420 Newtonmetern ist ab 5000 Touren zum Einsatz bereit. Sportlich gibt sich auch das serienmäßige Sechsgang-Schaltgetriebe, das in Transaxle-Bauweise an der Hinterachse montiert ist. Das Fahrwerk verzichtet auf verstellbare Dämpfer, die Bremsen kommen ohne Carbon- und Keramik-Hilfe aus, die Lenkung ist eine konventionelle Zahnstangenlenkung.

Die einzigen Schwachpunkte weist der Vantage höchstens im Innen-Design auf. Die Instrumente sind schlecht ablesbar und auch die Mittelkonsole macht sich im engen Innenraum etwas zu breit. Zudem sind auch die Tasten und Bendienknöpfe etwas klein geraten. Ab Mitte 2007 wird zudem das Cabriolet Vantage Roadster erhältlich sein.

Tabellarische Übersicht

1914
Das Unternehmen Aston Martin wird in London gegründet.
März 1915
der erste Wagen mit dem Spitzennamen "Coal Scuttle" wird zugelassen
Mai 1922
der Rennfahrer Zborowsky stellt mit einem Aston Martin einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf.
Oktober 1926
Der neue Besitzer der Marke, Lord Charnwood, beginnt an einem neuen Standort in Feltenham, Middlesex, mit der Produktion der neuen Modelle. Das Unternehmen heißt ab jetzt Aston Martin Motors Ltd.
1932
Aston Martin Motors Ltd. wird an Sir Arthur Sutherland verkauft.
1935
Die Automobile von Aston Martin erzielen eine Reihe von Rennerfolgen, die für eine große publicity sorgen. In diesem Jahr bildet sich eine kleine Fangemeinde in London zum ersten Auto-Markenclub in England – der Aston Martin Owners Club gehört heute zu den größten und mit Sicherheit traditionsreichsten Clubs der Welt.
Februar 1947
Der britischer Unternehmer David Brown kauft die in einer finanziellen Krise geratene Aston Martin Motors Ltd.
1948
Das neue Modell 2-Litre Sports Drophead Coupé wird in London vorgestellt.
1949
Die Piloten John Horsefall und Leslie Johnson holen den ersten großen Rennerfolg für den Hersteller. Die beiden beenden als erste das Rennen in Le Mans und sichern somit den Klassensieg für Aston Martin.
1950
Das Modell DB 2 bringt den zweiten Sieg für Aston Martin in Le Mans und im darauf folgenden Jahr wiederholt das von John Wyre geleitete Team den respektablen Erfolg.
1954
Der neue Firmensitz liegt in Newport Pagnell und ist bis heute Heimat der Marke.
Oktober 1963
Das Modell DB 4 wird auf der Londoner Motor Show präsentiert. Dank seines eleganten Designs und starken Motors wird es schnell zu einer Verkaufssensation.
30. Dezember 1974
Die andauernde finanzielle Krise, die auch noch von der Stagnation in England verschärft wird, zwingt die Unternehmensführung dazu, Konkurs anzumelden. Ca. 175 Mitarbeiter müssen um ihre Arbeitsplätze fürchten.
1975
Die Rettung kommt von den amerikanischen Geschäftsmännern Peter Sprague und George Minden, die die Führung übernehmen.
1984
Aston Martin hat wieder neue Besitzer. Das sind Victor Gauntlet und Peter Livanos.
1986
Aston Martin beginnt eine Kooperation mit Ford.
1989
Das Modell Virage wird vorgestellt. Dieses bietet eine neue Designslinie und überarbeiteten Motor, mit dem die Marke erfolgreich in das neue Zeitalter des Automobilbaus startet.
12. März 2007
Ford verkündet die Trennung von der Mehrzahl der Anteile an der Marke Aston Martin. Die britische Firma Prodrive übernimmt 85 Prozent der Anteile von Aston Martin.